DUBLIN/WIEN
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Billigflieger übernimmt Air Berlin-Rest, Niki-Nachfolger LaudaMotion

Europas größter Billigflieger Ryanair steigt bei der der neuen Fluglinie LaudaMotion ein. Die Iren kaufen 24,9 Prozent der Anteile, wie das Unternehmen gestern bekanntgab. Baldmöglich soll der Anteil auf 75 Prozent aufgestockt werden. Ryanair soll für die 75-Prozent-Beteiligung weniger als 50 Millionen Euro bezahlen und weitere 50 Millionen für Betriebskosten zur Verfügung stellen.

Nach dem Willen O’Leary’s soll LaudaMotion zu einem österreichischen Lowcost-Flieger werden.

Der ehemalige Formel-1-Rennfahrer Niki Lauda hatte Ende 2017 die mit Air Berlin in die Pleite gerissene NIKI für rund 47 Millionen Euro zurückgekauft. Die EU-Kommission hatte damals verhindert, dass NIKI zu Lufthansa kam. Auch der nunmehr geplanten Mehrheitsübernahme von Laudamotion durch Ryanair muss die EU-Kommission noch zustimmen.

Ryanair will die Laudamotion-Flotte von derzeit 14 Mittelstreckenjets aus der Airbus-A320-Reihe auf 21 Flugzeuge im Sommer 2018 ausbauen, dann auf insgesamt 30 Jets. Maschinen. Das bedeutet, dass künftig unter dem Ryanair-Dach nicht nur Boeing-Maschinen geflogen werden. Ryanair zählt mehr als 400 Jets der 737-Familie. Piloten haben meist nur eine Lizenz entweder für Boeing oder für Airbus-Maschinen.

Schon 2020 soll LaudaMotion schwarze Zahlen vorlegen. Und die Chancen für den Billigflieger stehen gut, da der Markt Österreich/Schweiz mit Austrian und Swiss von der Lufthansa-Gruppe beherrscht wird - mit entsprechend hohen Ticket-Preisen.

Noch am Freitag hatte Lauda Gerüchte über einen Ryanair-Einstieg dementiert. „Ich weiß davon null - und kann deshalb auch nichts weiter darüber sagen“, sagte er vor Journalisten in Wien. Jetzt steht fest: Er soll nach der Übernahme durch die Iren den Vorstand von Laudamotion führen.

Lauda musste in den vergangenen Wochen bei seinen Mitarbeitern Überzeugungsarbeit leisten. Die ehemalige Niki-Belegschaft zeigte sich skeptisch. Lauda hatte Techniker, Piloten und Flugbegleiter jahrelang über eine Personalleasing-Firma beschäftigt.

Die jüngste Ankündigung, auch bei Laudamotion auf eine Leiharbeiter-Konstruktion zu setzen, verärgerte auch die Gewerkschaft. Seit Mitte März gibt es Verhandlungen über einen Kollektivvertrag. Lauda zeigte sich zuletzt überzeugt, bald zu einem positiven Abschluss zu kommen. Sein Personal werde branchenüblich bezahlt. Meldungen von niedrigen Grundgehältern seien falsch.