LUXEMBURG
MATHIEU PÜTZ

„Es wird viel über Klimapolitik diskutiert, dabei wird aber immer so getan, als wenn wir eine Wahl hätten.“ Diesen Eindruck hat Mathieu Pütz. Er ist der Ansicht, dass Luxemburg im Klimaschutz eine Vorreiterrolle einnehmen sollte und die Anstrengungen des Landes, um die Treibhausgasemissionen zu reduzieren und die Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen deutlich erhöht werden müssten. Zu diesem Zweck hat er eine Petition gestartet, die noch bis 1. März auf der Webseite des Parlaments unterzeichnet werden kann.

„Schon heute sind die Folgen der Klimaerwärmung weltweit zu spüren: Irreversible Schäden in der Natur und häufigere Naturkatastrophen, die nicht nur die Zukunftsperspektiven und das Zuhause von vielen Menschen in den ärmsten Regionen der Erde zerstören, sondern auch Menschenleben fordern. Auch für Luxemburg bedeutet der Klimawandel Veränderungen, die in wenigen Jahrzehnten drastische Ausmaße annehmen könnten. Es ist deshalb nicht nur unsere moralische Pflicht, sondern auch in unserem eigenen Interesse, schnellstmöglich zu handeln.

Mein Eindruck ist allerdings der, dass viel über Klimapolitik diskutiert wird, dabei aber immer so getan wird, als wenn wir eine Wahl hätten. Je länger die Transition auf sich warten lässt, umso drastischer werden die Folgen des Klimawandels ausfallen und auch die damit verbundenen Kosten steigen. Es ist klar, dass unsere Verhandlungsposition über zukünftig fällige finanzielle Entschädigungen an Entwicklungsländer sich durch einen schnellen Wechsel verbessern würde. Auch beim Ausbau der erneuerbaren Energien hat Luxemburg noch großen Nachholbedarf. Es steht fest, dass fossile Energien irgendwann aufgebraucht sein werden, auch wenn Experten sich uneins sind, wann genau es hierzu kommen wird. Somit führt kein Weg an erneuerbaren Energiequellen vorbei. Es fehlt am Bewusstsein, dass jetzt gehandelt werden muss. Mit dieser Petition will ich deshalb im Vorfeld der kommenden Landeswahlen Aufmerksamkeit auf dieses Thema ziehen.

Luxemburg sollte bei der Reduzierung von Treibhausgasemissionen eine Vorreiterrolle einnehmen und in der Klimapolitik zu den ambitioniertesten Ländern weltweit gehören. Das würde bedeuten, bis zum Jahr 2030 einen jährlichen Maximalwert an CO2-Emissionen pro Kopf festzulegen, den es zu erreichen gilt. Mein Vorschlag, den ich zur Diskussion stelle: die CO2-Obergrenze auf ein Drittel des heutigen Werts zu reduzieren.

Um dieses Ziel zu erreichen, sollten eine autonomere Stromherstellung exklusiv aus erneuerbaren Energien, ein attraktiverer öffentlicher Transport, eine staatliche Unterstützung der E-Mobilität und eine Erhöhung der Steuern auf allen fossilen Energiequellen einschließlich Diesel und Benzin angestrebt werden. Auch in der Landwirtschaft und im Bauwesen besteht großes Verbesserungspotenzial. Weitere Maßnahmen wie die Extrahierung von CO2 aus der Atmosphäre sollten erforscht werden. Luxemburg soll unter Beweis stellen, dass es ein zukunftsorientiertes und innovatives Land ist, indem es der Welt zeigt, wie der Weg zur Nachhaltigkeit aussehen kann.“

Direktlink zur Petition: tinyurl.com/petition927