LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Neu im Kino: „Olympus Has Fallen“

John McClane, alias Bruce Willis, ist in der „Die Hard“-Serie der Alptraum schlechthin für alle Terroristen, die Amerika an den Kragen wollen, auch wenn sein letztes und fünftes Abenteuer „A Good Day to Die Hard“ (noch immer im Kino) absoluter Schwachsinn ist.

Klon Mike Banning leidet hart

Nun bekommt McClane einen Klon: Mike Banning (Gerard Butler), ein Bodyguard des amerikanischen Präsidenten Asher (Aaron Eckhart). Banning konnte die Präsidentengattin (Ashley Judd) nicht vor einem Unfalltod bewahren und zog sich deshalb aus der Leibwächter-Truppe hinter einen Schreibtisch zurück.

Der pflichtbewusste Mike ist aber am richtigen Moment an der richtigen Stelle, um seinem Präsidenten zu Hilfe zu eilen. Nordkoreanische Terroristen überfallen das Weiße Haus und nehmen Asher sowie wichtige Regierungsmitglieder als Geiseln. Oberterrorist Kang (Rick Yune) droht alle zu töten, sollten seine Befehle nicht ausgeführt werden. Außerdem versuchen die Nordkoreaner das atomare Verteidigungssystem der USA lahm zu legen. Schließlich heißt es: „Olympus Has Fallen“, der Olymp - das Codewort für das Weiße Haus - ist gefallen. Interimspräsident Trumbull (Morgan Freeman) weiß keinen Rat, bis er erfährt, dass Banning ins Zentrum der Macht vorgedrungen ist. Als erstes soll er den Sohn des Präsidenten Connor (Finley Jacobsen) finden und in Sicherheit bringen.

Neues Feindbild Nordkorea

Russland, China oder Marsmännchen sind als Feindbild für amerikanische Filmemacher nicht mehr relevant. Deshalb haben sie sich Nordkorea ausgesucht, und vielleicht wird diese Geschichte bald von der Realität eingeholt. Auch in „G.I. Joe 2: Retaliation“ spielen die Nordkoreaner eine feindlich gesinnte Rolle.

Regisseur Antoine Fuqua („Training Day“) weiß jedenfalls, wie man die Spannung in „Olympus Has Fallen“ (nur im Ciné Belval) aufbaut, was den Zuschauer die üblichen Übertreibungen vergessen lässt. Wie sein Vorbild McClane nimmt es Banning mit einer Horde bis an die Zähne bewaffneter Terroristen auf, die natürlich wie jeder Asiat, der etwas auf sich hält, in den asiatischen Kampfsportarten ein Champion ist.

Mangel an Ironie

Man vermisst das Quäntchen Ironie aus „Die Hard“. Hier ist alles todernst gemeint, und Mike versteht absolut keinen Spaß, nach dem Motto: Ein toter Feind ist ein guter Feind.

Der Hurra-Patriotismus der Amerikaner bekommt ebenfalls eine Klatsche, denn Kangs Männer sind dem US-Militär überlegen, und auch die Leibwächter und Polizisten lassen sich wie Schießbudenfiguren abknallen. Erst in der Schlussrede Ashers dringt das „America the Beautiful“ aus der patriotischen Hymne durch. Als Actionfilm kann Fuquas gefallen, wenn man nicht zu hohe Ansprüche stellt.