LUXEMBURG
DANIEL OLY

HTC feiert sein 20-Jähriges - auch mit dem Top-Smartphone „U11“

Vom Auftrags-Fertiger zum Trendsetter: Früher baute der Konzern HTC unter anderem Handsets im Auftrag großer Kunden. Seit knapp 20 Jahren fertig der Hersteller seine eigene Linie an Telefonen und anderen Geräten. Und hat seitdem den ein oder anderen Trend ausgelöst. Das neue „U11“-Smartphone ist zwar nicht als Jubiläums-Edition gedacht - gepasst hätte es aber trotzdem.

Lëtzebuerger Journal

HTC hat dem „Journal“ ein Modell zum Test gestellt. Das Fazit: Sehr überzeugend. Zugegeben, bei einem Preis von über 700 Euro sollte auch fast alles am Gesamtpaket stimmen. Trotzdem leistet sich HTCs neues Topmodell keine groben Fehler. Im Gegenteil: Mit seinem „Edge Sense“ macht das Smartphone genau das, was HTC laut Laurent Guérisse (HTC BeNeLux) ausmacht: Innovation an der richtigen Stelle.

Cleverer Rahmen

Das Feature erlaubt im unteren Bereich des hochauflösenden 5,5-Zoll-Displays, am Rahmen zu „drücken“ und dadurch vorprogrammierte Funktionen auszulösen. Zum Beispiel ein Foto schießen, oder bestimmte Anwendungen öffnen. „Edge Sense“ funktioniert flüssig, die Möglichkeiten zur Personalisierung sind enorm.

Ein mögliches Feature: Das Auslösen des internen Assistenten, der künstlichen Intelligenz. Davon hat das „U11“ sogar zwei: Neben dem „Google Assistant“ hat HTC eine eigene Lösung parat, die sich das Nutzerverhalten anschaut und gegebenenfalls Verbesserungsvorschläge macht. Zum Beispiel für mehr Batterielaufzeit. Die beiden „KI“-Elemente sollen sich ergänzen, sagt Guérisse. „Damit wollen wir wieder die Industrie ordentlich ankurbeln.“

Schicke Hardware

Zum Gerät

-5,50 Zoll, 1.440 × 2.560 Pixel (534 ppi) S-LDC-Display.
-Qualcomm Snapdragon 835 Achtkern-Prozessor
-4 Gigabyte Arbeitsspeicher, 64 Gigabyte Speicherplatz (erweiterbar), 12 Megapixel-Kamera, direktionale Mikrofone, mehrschichtiges Glas-Gehäuse
-Android 7.1 mit Anpassung - „Edge Sense“

Eingepackt ist das Ganze in ein mehrschichtiges Glasgehäuse, das HTC „Liquid Glas“ getauft hat. „Das hat uns zwei Jahre Forschung gekostet“, sagt Guérisse. Das Resultat kann sich sehen lassen: Die Farbe steckt unter der Oberfläche, das ganze Gehäuse wirkt aus einem Guss. Fünf Modellfarben gibt es insgesamt. Leider heißt das auch: Akkuwechsel ist ausgeschlossen. Immerhin lassen sich SD-Karten nachrüsten, um den Speicherplatz zu erweitern.

Und unter der schicken Haube steckt eine hervorragende Hardware: Ein moderner Achtkerner, vier Gigabyte Arbeitsspeicher, ein schneller Grafikchip - in der Hinsicht braucht sich HTC definitiv nicht zu verstecken. „Es hieß immer ,quietly brilliant’“, meint Guérisse. „Ganz so ,quiet‘ wollen wir nicht mehr sein.“ Dazu kommt das praktisch obligatorische „Android“ in der Version 7.1 und einer Anpassung durch HTC.

Großartige Kamera, starkes Zubehör

Eine der Stärken des Modells: Die verbaute Kamera, die auf dem unabhängigen Referenz-Messstab von „DXO“ ein Rating von 90 Punkten einheimst. Damit ist es die erste Smartphone-Kamera, die diesen Wert erreicht. Zum Vergleich: Googles „Pixel“ (übrigens ebenfalls von HTC gefertigt) gilt als eines der besten Fotohandy-Modelle und erreicht einen Wert von 89 Punkten, Apples iPhone 7 kriegt 86 Punkte.

In der echten Welt heißt das: Gute Fotos in allen Lichtverhältnissen, wenig Bildrauschen, eine generell gute Qualität. Zusätzlich erlaubt das Gerät eine Video-Aufnahme in 4K.

Aufatmen bei der Akkufrage: Der ist zwar fest verbaut (das gibt Minuspunkte!). Dafür hat das „U11“ eine überdurchschnittliche Batterielaufzeit, auch wenn der Saft bei schwerer Last schon mal schnell ausgeht. Eine lange Standby-Zeit von rund zwei bis drei Tagen ist hingegen eine hervorragende Zeit. „Quick Charge“ unterstützt das Modell ebenfalls - und lädt damit die überlebenswichtigen paar Prozentchen besonders schnell. Auch hier punktet die Standard-Ausstattung, denn der „Quick Charger“ liegt dem Gerät bei; andere Hersteller lassen sich das fürstlich entlohnen.

Auch die restliche Grundausstattung ist ziemlich fürstlich: Neben den (sehr guten) aktiven Kopfhörern und dem Ladegerät liegt auch direkt eine Schutzhülle bei. Vermutlich, um das schicke Glas nicht zu zerkratzen. Auf die nächsten 20 Jahre.

Vom Partner zur Spitze

Zum Geburtstagskind

Bis 1997 fertigte die „High Tech Computer Corp.“ im Auftrag anderer Firmen Modelle, wie HPs „Communicator“. Seit 2007 ist man „Premiumpartner“ bei Googles Android-Programm, das erste Android-Smartphone (das „G1“) stammte aus HTCs Feder. Auch andere Trends haben sie maßgeblich vorgesetzt: Das Unibody-Alugehäuse oder der erste Touchscreen stammten aus HTC-Produkten.