WILTZ/LUXEMBURG
INGO ZWANK

„Musée sur la Bataille des Ardennes Wiltz“ feiert 50. Jahrestag der Eröffnung

Das Museum der Ardennenschlacht 1944-1945 beschäftigt sich mit den schrecklichen Ereignissen der Ardenner-Schlacht zwischen dem 16. Dezember 1944 und dem 21. Januar 1945, dem Tag der Befreiung von Wiltz.

„Und es war kurz nach der Gründung von der asbl ‘Les Amis de la Féerie du Genêt Wiltz’ Ende 1965, dass Leute aus dem Verwaltungsrat die Idee hatten, ein Kriegsmuseum einzurichten, denn in vielen Häusern lag genug Material, die Pläne auch umzusetzen“, erzählt Vic Schreiner, Präsident des Wiltzer Kriegsmuseums, anlässlich der Erinnerungssitzung zum 50. Jahrestag der Eröffnung des Museums am 24. Januar1970.

Die vier Hauptpersonen, Tony May, Tony Mander, Nic Brassel und Raymond Braas-Simon, konnten am erwähnten 24. Januar 1970 der Kulturministerin Madeleine Frieden und dem Vertreter der amerikanischen Botschaft im Keller vom „Stadhaus“ eine interessante Ausstellung von Bildern, Fotos, Dokumenten und kleinem Kriegsmaterial vorstellen.

Blick in die Geschichte

Dem Gemeinderat Nic Brassel fielen einige Gründe für ein solches Museum ein: „Die patriotische Haltung der Bevölkerung in den Kriegsjahren, der Generalstreik vom 31. August 1942, die besondere Stellung in der Offensive und die Schlüsselstellung für den Einsatz und Verteidigung von den Truppen und weil bisher noch keine Ortschaft auf die Idee kam, eine ähnliche Initiative zu starten“, zitiert Schreiner den Gründungsvater. Schließlich gab es auch einen touristischen Aspekt. So waren schnell die Räume im „Stadhaus“ zu klein, man sprach bei der Regierung vor, um Teile des Schlosses zu bekommen. Was auch klappte, so konnte am 4. Oktober 1970 das neue Museum im Schloss öffnen. Räume im Erdgeschoss, auf der ersten und zweiten Etage wurden genutzt; außer Bildern kamen Uniformen, Gewehre, Granaten, Bomben und Gebrauchsutensilien der Soldaten hinzu. Staatsminister Pierre Werner eröffnete das Museum. Ab jetzt wurde auch Eintritt kassiert, wie Schreiner sagt. Schließlich gab es auch Unkosten wie Strom, Telefon und Heizung. Erst im Jahr 2012 wurde die asbl „Musée sur la Bataille des Ardennes Wiltz“ gegründet, „und man wurde unabhängig vom ‘Geenzefest‘“, wie es Schreiner beschreibt.

Die ausgestellten Bildaufnahmen zeigen nun „den heldenhaften Einsatz der Armeeeinheiten und der Zivilbevölkerung, welcher die Befreiung des Oeslings und des Großherzogtums ermöglichte“, wie es beschrieben wird. Der Schwerpunkt des Museums liegt in der Darstellung der Leiden und Entbehrungen der Soldaten und Einwohner, durch die zahlreichen Todesopfer und umfangreichen Materialschäden. Dioramas veranschaulichen nicht allein die Geschehnisse während der Rundstedt-Offensive, sondern ebenfalls die schwere Zeit der Besatzung zwischen dem 10. Mai 1940 und dem 31. August 1942. „Doch das Museum erinnert auch an den Streik und den heldenhaften Tod von sechs Einwohnern aus Wiltz.“

Die Erinnerung an die Befreiung am 10. September 1944 ist ein weiterer Höhepunkt des Museums. Die Bilder, die an die St. Nikolaus-Feier, die die GIs für die Einwohner von Wiltz veranstaltet hatten, sind sehr emotional. Der interessierte Besucher entdeckt auch, wie es zum Ausbruch der Ardennerschlacht kam, wie die 28. US Infanterie Division sich auf die Schlacht vorbereitete, was sich genau im Hause Melchior und auf „Schuman” zugetragen hatte.

Viele Gedenkstätten

„Wir würden uns freuen, wenn die Jugend sich auch mal Zeit nehmen würde, um sich im Museum umzuschauen und mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen”, so der Appell von Schreiner während seiner Rede am vergangenen Samstag. Denn dies sei auch der Gedanke von den Initiatoren gewesen, „der Generation, die den Krieg nicht erlebt hat, Bilder über den Krieg zu zeigen, die furchtbaren Ereignisse aus der Ardennenoffensive näherzubringen.“

So wurde 28 Jahre ferner nach dem Besuch von General Eisenhower in Wiltz am 11. November 1972 das „Memorial Eisenhower“ und am 4. Oktober 1975 die Erinnerungsstätte von der 28. US Infanterie Division vom damaligen Minister Emile Krieps und General Daniel Strickler eingeweiht. Auch der Nikolaus von damals, Richard Bookins, wurde von Jeanly Schweig ausfindig gemacht und fand den Weg 1977 erneut zurück nach Wiltz.

Im Laufe der Jahre trat das Museum der NLM, der „National Liberation Memorial Association“, sowie der AMBA, der Belgisch-Luxemburgischen Vereinigung der Museen über die Ardennenschlacht, bei.