BRÜSSEL/LUXEMBURG
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Potenziell riskante Operation am 11. November wegen Aneurysmas - SREL-Prozess droht Verschiebung

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker wird wegen eines Aneurysmas am 11. November operiert. Das teilte seine Sprecherin am Donnerstag in Brüssel mit. Dies könnte allerdings auch den Zeitplan für den SREL-Prozess in Luxemburg beeinträchtigen, sollte der Prozess gegen drei frühere Mitarbeiter des Geheimdienstes - dessen Chef Juncker als Premier war - doch am 19. November aufgenommen werden, also nur eine Woche nach dem Operationstermin. Bis 6. Dezember waren zwölf Verhandlungstage vorgesehen. Wie es heißt, sei die luxemburgische Staatsanwaltschaft dabei, die verschiedenen Parteien zu kontaktieren; man hoffe aber, dass der Prozessauftakt trotzdem noch dieses Jahr stattfinden könne.

Juncker im August bereits an der Gallenblase operiert

Ein Aneurysma ist eine mit Blut gefüllte sackartige Ausstülpung einer Arterie, die plötzlich aufreißen kann. Die meisten Aussackungen bilden sich an der Hauptschlagader (Aorta), der Herzwand oder im Gehirn. Eine derartige Fehlbildung kann angeboren sein. Sie kann aber auch auf eine Entzündung von Arterien, eine schwere Infektionskrankheit oder eine Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) folgen. Platzt ein Aneurysma, droht der Mensch innerhalb von Minuten zu verbluten. Beim Platzen eines meist angeborenen Aneurysmas einer Hirnarterie kann es zum plötzlichen Hirntod kommen. Eine Operation ist oft mit hohem Risiko behaftet. Juncker und seine 27 Kommissare sind seit dem gestrigen Freitag nur noch geschäftsführend im Amt. Grund sind Verzögerungen beim Nominierungsprozess der neuen EU-Kommission von Ursula von der Leyen. Die Befugnisse beschränkten sich dabei weitgehend darauf, bestehende Initiativen und Projekte zu verwalten und fortzuführen, ohne politische Entscheidungen der künftigen Kommission vorwegzunehmen, erklärte die Sprecherin weiter. Die Behörde werde zudem weiter ihre Aufgabe als Hüterin über die Einhaltung von EU-Recht in den einzelnen Staaten wahrnehmen. Wann Juncker zurückkomme, hänge davon ab, wie schnell er sich erhole. Bis zur Operation werde Juncker noch arbeiten, hieß es. In der kommenden Woche soll er unter anderem das wöchentliche Treffen der Kommissare am Mittwoch leiten.

Der 64-jährige Juncker hatte im August seinen Urlaub für eine dringende Operation an der Gallenblase abgebrochen. Anschließend erholte er sich einige Tage in Luxemburg, bevor er seine Arbeit in Brüssel wieder aufnahm.

Juncker: Viele Forderungen von Klimaaktivisten schwierig umzusetzen

Die Forderungen von Klimaaktivisten sind nach Ansicht des scheidenden EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker mitunter schwierig umzusetzen. Er möge es sehr, dass junge Menschen sich für Klimaschutz engagierten, sagte Juncker dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“. „Ich bin aber nicht naiv: Vieles von dem, was da sentimental vorgetragen wird, ist in der Realität gar nicht so einfach zu erreichen.“ Die EU will den Ausstoß an Klimagasen bis 2030 um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 senken, einige Staaten fordern sogar 55 Prozent. Noch in diesem Jahr könnten die EU-Länder sich auf das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 einigen. „Wer nun so tut, als erforderte all das keine besonderen Anstrengungen, nur weil es jetzt bei jungen Menschen eine Bewegung in diese Richtung gibt, der irrt sich gewaltig“, sagte Juncker.