LUXEMBURG
SOPHIA SCHÜLKE

Vier Nachwuchschoreographen zeigen ihre Stücke bei „Les Émergences“ im TROIS C-L

Jung, frisch und vielleicht noch nicht ganz ausgereift, aber definitiv voller Bewegungsdrang und Experimentierungsfreude: Vier junge Choreographen können bald vor Publikum zeigen, was sie bewegt und was an kreativen Ideen in ihnen steckt. Mitte Mai veranstaltet das TROIS C-L, das „Centre de Création Chorégraphique Luxembourgeois“, gemeinsam mit der „Cercle Cité“ wieder sein Festival „Les Émergences“. Dabei gehen Veranstalter und Choreographen der Frage nach: Wie sieht der Tanz vor morgen aus?

In diesem Jahr werden vier neue Choreographien präsentiert: „With my eyes“ von Baptiste Hilbert aus Belgien, „Inside, the Wolf…“ von Aifric Ní Chaoimh aus Irland, „SIXFOLD“ von Elisabeth Schilling aus Deutschland und „Flowers grow, even in the sand“ von Giovanni Zazzera aus Italien. Die Künstler stammen aus verschiedenen Ländern, haben aber ihren Lebens- oder ihren Arbeitsmittelpunkt seit Jahren im Großherzogtum.

Die Themen ihrer Stücke sind so unterschiedlich wie die Wege der jungen Choreographen selbst: Baptiste Hilbert beschäftigt sich mit Spiritualität jenseits der Religion, Aifric Ní Chaoimh geht es um die inneren Instinkte und den Wolf in der Seele, Elisabeth Schilling und Giovanni Zazzera wiederum ergründen andere Künste und die Kraft des Imaginären.

Einjährige Betreuung für junge Künstler

Das Besondere an „Les Émergences“: Die jungen Künstler werden von einer Jury ausgewählt und durch verschiedene Maßnahmen auf die Präsentation vor Publikum vorbereitet. „Zur Unterstützung gehören administrative Begleitung, das Üben der Vorstellung des eigenen Projektes, künstlerisches Coaching und Hilfe bei der technischen Umsetzung ihres Stücks auf der Bühne“, zählt Bernard Baumgarten, künstlerischer Leiter des TROIS C-L, auf. Den Künstlern werden zudem Mentoren an die Hand gegeben, welche ihnen ein Jahr lang beim Feinschliff ihrer Choreographien helfen. In diesem Jahr stand den vier Ausgewählten unter anderem die luxemburgische Choreographin Anne-Mareike Hess, Trägerin des „Danzpraïs“ des Jahres 2015, zur Seite.

„Bei der Betreuung geht es darum, die Künstler aus ihrer Komfortzone zu locken“, sagt Jury-Präsident Raymond Weber. Ein Konzept, das aufzugehen scheint, denn Baptiste Hilbert etwa fühlte sich gut betreut: „Die Begleitung ist menschlich und die eigene Freiheit bleibt gewahrt.“

Auch dem Publikum gefiel es in den Vorjahren: Die ersten drei Ausgaben waren zu 86 Prozent ausgelastet, insgesamt wurden bereits knapp 1000 Besucher gezählt. Bisher konnten 17 Stücke finanziert und während der drei Ausgaben vorgestellt werden, neun Produktionen kamen bei Festivals oder in Spielstätten im Ausland zur Aufführung - internationale Verbreitung ist neben der Ausbildung von Choreographen ebenfalls ein erklärtes Ziel der Veranstaltung.

„Les Émergences“ beginnt am 19. April mit einem Tanzworkshop von Baptiste Hilbert, 17.00, und der Stückvorschau „Prélude“, 19.00, im „Cercle Cité“. Die Vorstellungen selbst finden vom 3. bis zum 5. Mai, jeweils 20.00, und am 6. Mai, 17.00 und 20.00,
in der Banannefabrik statt. Weitere Informationen unter www.danse.lu