LUXEMBURG
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Im „Innovation Camp“ der „Jonk Entrepreneuren Luxembourg“ auf Kirchberg

Zukunft gestalten und unternehmerisch wirken - darum geht es im „Innovation Camp“-Workshop, der am gestrigen Montag in der „Chambre des Métiers“ auf Kirchberg abgehalten wurde. Das Event, das sich direkt an Jugendliche im Alter zwischen 16 und 21 Jahren richtet, die sich unternehmerisch betätigen wollen, stellt für die Teilnehmer eine hervorragende Möglichkeit dar, eigene Ideen zu gestalten und zur Zukunft des Landes beizutragen. Der nunmehr bereits dritte „Innovation Camp“-Workshop in diesem Jahr wurde von den „Jonk Entrepreneuren A.s.b.l“ zusammen mit mehreren Partner-Unternehmen organisiert. So stecken namhafte Konzerne wie KPMG, HSBC oder die Citi-Gruppe und die BIL mit in dem Projekt.

Zukunftskonzepte ausarbeiten

Wichtiger Bestandteil des Camps: Die „Business Challenge“, derer sich die Teilnehmer stellen müssen - eine zentrale Frage, die es auf innovative Weise zu beantworten gilt. Für diese Ausgabe richtete sich die „Challenge“ an den Fragen der dritten industriellen Revolution nach dem Rifkin-Modell aus, an denen sich die Teilnehmer daraufhin in Teams versuchen sollten. Die Challenge wurde dabei erst am gestrigen Tag vollständig genannt. Vorbereitungszeit gab es demnach keine, dafür ging es mit Volldampf in die Problembewältigung. Teilgenommen haben insgesamt 37 Jugendliche, die jeweils zu viert in einem Team wild zusammen gemischt wurden und sich mit den drei Hauptthemengebieten beschäftigen mussten: Energie, Bauplanung und Transport. Also den zentralen Knackpunkten der Rifkin-Realisierungen, die die Zukunft des Landes maßgeblich prägen sollen. Hier stellten sie einzelne Konzepte vor, wie die Zukunft bis 2050 aussehen könnte.

Deshalb ist wohl auch erstmals das Wirtschaftsministerium Teil der Organisation. Wie die Staatssekretärin für Wirtschaft Francine Closener in ihrer Rede erklärte, ist der Schritt durchaus logisch: „Hier bietet sich uns die Möglichkeit, dass die digitale Generation, die ,Digital Natives‘, uns einen direkten Einblick in mögliche Lösungen für die wichtigsten Fragen der Zukunft geben“. Die Teilnehmer sollen so durch ihre neuen Ideen und radikale Konzepte frisches Blut in den Markt bringen.

„Wir können uns nicht ausruhen, sondern müssen unsere Chancen zur besseren Entwicklung für die Zukunft ergreifen“, meinte Closener. „In diesem Punkt kann jeder seinen Beitrag leisten und es wäre nur richtig, allen Vorschlägen Gehör zu schenken“. Dementsprechend sei sich die Regierung der Wichtigkeit des „Innovation Camps“ bewusst.

„Sharing“-Konzept ausweiten

Entsprechend vielfältig waren die Konzepte, die von den Teilnehmern als mögliche Lösungen vorgestellt wurden. So reichte die Spannbreite von einer vollintegrierten Energie-Spar-App über komplexe Wohnareale bis zum voll integrierten Mobilitätskonzept, das auf mehr Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel und ein eng geknüpftes Transportnetz setzt und die Wege bewusst kurz halten will. Einige Projektpunkte dürften aber wohl an den gewöhnlichen politischen Hürden scheitern: Strafzölle für herkömmliche Autos wird wohl so schnell niemand unterstützen, ebenso wenig wie verpflichtende Renovierungen des eigenen Hauses. Digitale Stromzähler und mehr Sonnenkollektoren sind da schon weniger utopische Ziele, ein verstärkter Einsatz von „Sharing“-Möglichkeiten, der sich dann nicht nur auf Fahrzeuge, sondern auch auf andere Alltagsgegenstände konzentrieren soll. Die Rückkehr der Gemeinschafts-Waschmaschine? Für die Jugendlichen steht fest: Gemeinsam nachhaltig leben heißt auch, enger zusammenzurücken. Fahrgemeinschaften und geteiltes Werkzeug sei da nur der Anfang, einige der Konzepte sahen etwa auch gemeinsam genutzte Gartenflächen vor. So gilt: Die Zukunft wird anders werden müssen - und die Projekte des „Innovation Camp“ könnten ein erster Einblick sein.