LUXEMBURG
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Keine Umweltverschmutzer, keine Massentierhalter: Jungbauern wollen Landwirtschaft wieder ins richtige Licht rücken

Die „Lëtzebuerger Landjugend a Jongbaueren a.s.b.l.“ sorgt sich um das Bild der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit. Angesichts des sich verschärfenden Wettbewerbs sei ein positives Image eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Arbeit und auch Nachwuchsgewinnung, heißt es von den jungen Landwirten. Nach Ansicht der Junglandwirte ist das Bild der Landwirtschaft und ihrer Akteure aber immer stärker in den Köpfen der Bevölkerung negativ belastet - und dies sei ein Bild fernab der Realität, „sehr von den Medien, hier vor allem dem deutschen Fernsehen, geprägt“, sagte Jungbauern-Präsident Jeff Boonen.

Landwirtschaft heißt Lebensqualität

So hätten immer weniger Menschen einen direkten Bezug dazu, woher die Nahrungsmittel stammten und wie diese erzeugt würden. Insbesondere Debatten wie Tierhaltung, bei der die sachlichen Argumente der Bauern in den Massenmedien wenig Beachtung fänden, aber auch permanente Angriffe auf die Landwirtschaft - durch Schlagworte wie eben Massentierhaltung angefeuert - beschädigen das Ansehen der gesamten Agrarbranche in der Bevölkerung, resümiert Jerome Reuter von der Arbeitsgruppe und landwirtschaftlicher Berater. Die Junglandwirte waren sich einig, dass dies insgesamt ein unbefriedigendes Bild sei, das dringend der Verbesserung bedürfe. Die Realität des hochmodernen Wirtschaftszweiges Landwirtschaft werde fast völlig ausgeblendet und höchstens in verzerrten, effekthascherischen Bildern und Darstellungen thematisiert, so der Tenor der Arbeitsgruppe. „Doch auch wir selbst, die Landwirtschaft, muss sich an der eigenen Nase packen. Wir haben es verpasst, ein entsprechendes Image zu vermitteln“, sagt Reuter. Man müsse sich entsprechend in seiner Vielfältigkeit darstellen, ohne das Berufsbild zu romantisch zu verkaufen. „Wir wollen hiermit ein objektives Bild der Landwirtschaft vermitteln.“ Doch dies hat nichts mit „Bauer sucht Frau“ zu tun.

Landwirtschaft bedeutet Heimat

Die Landwirtschaft ist ein wirtschaftlicher Faktor. „Aber bitte ohne eine absolute Ausnutzung der Tiere und des Bodens. Das machen wir auch nicht“, sagt Reuter. Dabei seien die Landwirte aber keine reinen Landschaftspfleger. Daher die Plakataktion „mit unseren Gesichtern. Denn dahinter steht eine Person, eine Familie. Auch werden die Aspekte vermittelt, die vielfältigen Aspekte und Produkte, die die Landwirtschaft abdeckt“, erklärt das Mitglied der Arbeitsgruppe, Marc Jacobs, ebenfalls landwirtschaftlicher Berater, die Plakate. Denn Landwirtschaft bedeutet Lebensmittel und Lebensqualität. „Und das bedeutet Heimat“, sagt Reuter.

Langer Weg

Diese Aufklärungsarbeit sei aber noch ein langer Weg, da waren sich die Aktiven einig. Landwirtschaftsminister Fernand Etgen lobte den Brückenschlag zum Konsumenten. „Viele unbeantwortete Fragen können nun von den Leuten vom Feld beantwortet werden“, kommentiert Etgen das Projekt und wünscht viele interessierte Bürger, denn „wir haben nichts zu verstecken. Wir stellen hochwertige regionale Produkte her, die geschätzt werden.“

Wenn der Konsument Fragen hat, dann kann er diese Fragen stellen: Die Initiative hat dafür eine Internetseite ins Leben gerufen: www.fro-de-bauer.lu