LUXEMBURG
NICO PLEIMLING

Sonic Visions Festival erstmals über drei Tage und mit einem Studententicket

Vom 20. bis zum 22. November können Musikbegeisterte im Rahmen des Sonic Visions Festivals wieder Bands und Künstler sehr unterschiedlicher Sparten entdecken und live erleben. Neben mehr oder weniger bekannten internationalen Gruppen (auf dem Foto: Kiss Me Tiger aus Saarbrücken), werden auch einige Luxemburger Bands auf den verschiedenen Bühnen in Belval stehen. Rockhal-Direktor Olivier Toth hat im „Journal“-Interview einige Fragen zur Entwicklung des Festivals und des Konzepts beantwortet.

Welche Neuerungen gibt es in diesem Jahr beim Sonic Visions?

Olivier Toth Dieses Jahr wartet Sonic Visions mit einer ganzen Reihe an Neuerungen auf. Erstmals werden sich Konferenz und Festival über drei Tage erstrecken, denn wir beginnen bereits am Donnerstag. Dieser Tag steht ganz im Zeichen von Multipistes, dem Projekt, das sich seit nunmehr drei Jahren der Förderung junger Talente in der Großregion widmet. Zusammen mit den anderen Projektpartnern aus Frankreich, Belgien und Deutschland wird es einen ganzen Tag geben, der sich ausschließlich um Musik aus der Großregion dreht: Es gibt Panels und Workshops, auf denen sich Musiker und Akteure der Musikszene austauschen und diskutieren, abschließend werden wir auf einer Pressekonferenz die Ergebnisse unserer dreijährigen Projektarbeit vorstellen und am Abend gibt es dann natürlich Livemusik. Der Eintritt ist am ersten Tag frei!

Eine weitere Neuerung ist die Außenbühne - „The Dome“ - in neuer Form, die wir in diesem Jahr auf dem Vorplatz der Rockhal aufstellen. Hier haben wir eine ganz außergewöhnliche Location, die den dort auftretenden Künstlern ein einmaliges Ambiente bietet, lassen Sie sich überraschen. Ganz wichtig, wir haben in diesem Jahr erstmals ein Studententicket für das Festival eingeführt. Studenten bekommen gegen Vorlage ihres Studentenausweises eine Ermäßigung, sowohl für das ganze Konferenzpackage inklusive den Konzerten als auch nur für die Konzerte. Sonic Visions, das sind drei Tage Festival und auch Konferenz für diejenigen, die sich intensiver mit der Thematik Musikwirtschaft auseinandersetzen. Für uns ist es wichtig, das Event noch stärker gegenüber Studenten zu öffnen.

Nach welchen Kriterien wurden die Bands ausgewählt?

Toth Unsere Booker sehen im Lauf des Jahres viele interessante Bands und Sonic Visions ist für uns die Gelegenheit, diese nach Luxemburg zu bringen. Darüber braucht jedes Festival natürlich auch Headliner und ich denke, da haben wir mit Fritz Kalkbrenner, Angus & Julia Stone, Selah Sue und Bakermat wirklich für (fast) jeden etwas dabei. Tolle Headliner, interessante neue Künstler, wie z.B. Asgeir, Cloud Nothings oder Kwabs gemischt mit Bands aus Luxemburg und der Großregion, das ist die Idee, für die Sonic Visions steht. Dabei ist es uns besonders wichtig, dass das Line Up in sich stimmig ist, dass der Mix stimmt. Jeder Besucher soll mit seinen Lieblingskünstlern feiern können und aber auch mit ein, zwei persönlichen Neuentdeckungen nach Hause gehen.

Werden einige Luxemburger Künstler in den Vordergrund gerückt?

Toth Sonic Visions ist immer auch eine Bühne, auf der sich die besten Acts aus Luxemburg, nicht nur dem Festivalpublikum, sondern auch dem internationalen Fachpublikum präsentieren, das ist Bestandteil des Konzeptes. Uns ist es wichtig, unseren Gästen, die aus allen Teilen der Welt nach Luxemburg kommen zu zeigen, was momentan in Luxemburg musikalisch der Stand der Dinge ist. Sonic Visions stand und steht immer auch für Networking, das Knüpfen der Kontakte, dass in unserer Branche so wichtig ist, wenn man als Künstler oder Band weiter kommen möchte. Und hier wollen wir ganz konkret unterstützen.

Wurde die Zusammenarbeit mit Den Atelier ausgebaut?

Toth In diesem Jahr arbeiten wir nicht mit Den Atelier im Rahmen von Sonic Visions zusammen. Kooperationen werden von Fall zu Fall entschieden, sie sind von vielen Konstanten abhängig, wann welche Band auf Tour ist, wer den Kontakt zu dem jeweiligen Agenten hat... Wir sehen diese Kooperationen ganz pragmatisch. In den vergangenen zwei Jahren hatte sich eine Zusammenarbeit ergeben, in diesem Jahr nicht.

Gibt es in diesem Jahr Konferenzen, die sich spezifisch an Jugendliche richten?

Toth Seit 2008 ist Sonic Visions beides, Festival und Konferenz. Die Konferenz ist dabei ein wichtiger Bestandteil des Gesamtkonzepts und richtet sich an Künstler, Menschen, die in der Musikindustrie arbeiten oder arbeiten möchten und auch alle anderen Musikinteressierten. Wir diskutieren die Themen, die unsere Branche und die Musiker hier bei uns ganz konkret betreffen: Wie plane ich meine Tour, wie nutze ich die digitalen Medien und Netzwerke, wie kann ich dort für mich werben und wie kann ich dort auch als Künstler Geld verdienen... Die Konferenz streift hier alle relevanten aktuellen Themen. Zu diesen Themen haben wir international anerkannten Experten eingeladen, wie zum Beispiel Peter Jenner, der als Manager mit Künstlern wie Pink Floyd, The Clash oder Billy Bragg arbeitet bzw. gearbeitet hat. Ein weiteres Highlight wird der Vortrag von Jeroen Bouwman von Google geben, der aufzeigen wird, wie Künstler Youtube nutzen können, nicht nur für ihr Marketing, sondern auch um mit ihrer Musik dort Geld zu verdienen. Dies sind nur einige Beispiele aus unserem umfangreichen Konferenzprogramm, das sich nicht nur an Jugendliche richtet, sondern schlicht an jeden, der sich für Musik interessiert oder der Musik macht. Das Alter spielt eine eher untergeordnete Rolle. Es ist natürlich richtig, dass die meisten Besucher der Konferenz, die hier aus Luxemburg kommen, eher jüngere Musiker sind, die noch am Anfang einer eventuellen Karriere stehen. Daher hier ganz zum Schluss nochmal der Hinweis, dass wir nicht nur für das Festival, sondern auch für die Konferenz vergünstigte Studententickets haben.
www.sonicvisions.lu