LUXEMBURG
SOPHIA SCHÜLKE

In zwei Wochen zum Auftritt als Band: Elf Kinder zeigen ihre „School of Rock“

Ringsum werden Getränke bestellt, an manchen Stirnen hängt ein Schweißtropfen, Eltern zücken das Handy und suchen sich schon einmal eine gute Position zum Filmen. Die elf Kinder stellen gerade ihre eigene kleine Rockshow auf der Bühne vor. Freunde, Familie und ein gemischtes Publikum warten schon darauf, dass es losgeht. Die handvoll Songs, welche die Sieben- bis Zwölfjährigen gleich bringen, haben sie in einem zweiwöchigen Workshop der Cepa-Sommerakademie eingeübt.

Ein Vierjähriger schiebt seinen kleinen Bruder noch schnell, aber zielgerichtet um die Trauben aus stehenden Erwachsenen herum, um ihn sicher vor die Bühne auf die besseren Plätze zu manövrieren. In Schlangenlinien ziehen die beiden nach vorne. Während der große Bruder aufpasst, dass sie nirgends anecken oder dass er den Kleinen gar in der Menge verliert, hat Letzterer vor allem Augen für seine randvolle Popcorntüte. Ein, zwei fallen beim Griff nach Knabbernachschub doch runter, aber die beiden schaffen es ohne weitere Zwischenfälle an den Bühnenrand. Dort greift Mafalda auch schon zum Mikro und groovt sich zum Soundcheck mit ihren zehn Mitstreitern ein. Einer ist passend zum Auftritt ihrer „School of Rock“ mit einem T-Shirt von Deep Purple auf die Bühne gestiegen.

Wippende Füße

Die achtjährige Mafalda, beziehungsweise ist sie schon achteinhalb, wie sie nach dem Auftritt erklären wird, strahlt vor Freude. Nun geht es richtig los. Mafalda stimmt die ersten Songzeilen zu „Hey Joe“ an, von Scheu keine Spur, sie fühlt sich wohl auf der Bühne. Der Rest der Band haut in die Saiten seiner Gitarren, ganz hinten auf der Bühne wird über das Schlagzeug der Takt vorgegeben, links und rechts erklingen Keyboard oder Percussions wie Djembé und Cajón.

Der Junge am Djembé trommelt im Takt mit, blickt immer wieder zum Schlagzeuger und zur Keyboarderin rüber, um sich zu vergewissern, dass sie auch im Takt bleiben. Die jungen Musiker bekommen von Kursleiter Eric Deverly zwei begeistert in die Höhe gehaltene Okaydaumen gezeigt. Im Publikum tippen hier und da ein paar Füße im Takt mit, beim Refrain von „Hey Jude“ singt ein junger Mann hörbar und gut gelaunt mit, andere sitzen draußen in der Sommerhitze mit einem Getränk und wippen mit dem Knie.

Nach dem Auftritt gibt es ordentlichen Applaus, die jungen Rocker sind sichtlich zufrieden mit sich, bekommen Lob von ihren Eltern und bedanken sich bei Kursleiter Eric Deverly. „Sie haben einen wirklich guten Job gemacht, die Songs haben wir zusammen ausgesucht.“ Der Profimusiker war während des Konzerts zur Unterstützung mit auf der Bühne, hat im Refrain mitgesungen oder manchen Nachwuchsrocker nochmal beim Takt auf die Sprünge geholfen. „Sie sind begabt, das Zusammenspielen hat schnell geklappt.“ Die meisten der Kinder spielen schon seit einigen Jahren ein Instrument. Geprobt wurde über zwei Wochen, jeden Wochentag drei Stunden lang. „Genau richtig, das war super“, lobt Mafalda den Workshop.

Die Songs, Klassiker der 60er oder 70er Jahre, kannte sie vorher noch nicht, aber sie haben ihr sichtlich gut gefallen. Ansonsten hört sie gerade Songs von Louanne. „Ich bin schon zweimal bei Konzerten aufgetreten“, erklärt sie noch. Und als nächstes ist sie beim Kolla- und beim On Stéitsch-Festival auf der Bühne. Die „School of Rock“ haben sie und ihre Mitstreiter ja nun stilsicher absolviert.