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Ehemaliger UN-Generalsekretär Kofi Annan verstorben

In seinen zehn Jahren an der Spitze der Vereinten Nationen galt Kofi Annan als das moralische Gewissen der Welt. 1997 zum UN-Generalsekretär berufen, setzte sich der Ghanaer mit Charisma und diplomatischem Geschick für Arme und Unterdrückte ein. Er warb für Frieden und Gerechtigkeit und bot den USA im Streit um den Irakkrieg die Stirn. Am Samstag ist Annan im Alter von 80 Jahren gestorben.
Annan wurde am 8. April 1938 in Ghana geboren. Nach einem Verwaltungsstudium in Genf und den USA verbrachte er fast sein gesamtes Berufsleben bei den UN. 1993 erhielt er als Untergeneralsekretär für die weltweiten Friedenseinsätze eine Schlüsselposition im Haus.
Auf Vorschlag der USA wurde Annan schließlich an die Spitze der Weltorganisation gewählt. Ihm gelang es, der verschuldeten und als unbeweglich geltenden Organisation neues Ansehen zu verschaffen. Fünf Jahre später war seine Wiederwahl unumstritten. 2001 erhielt er zusammen mit den Vereinten Nationen den Friedensnobelpreis.

Juncker: „Die größte Anerkennung, die wir ihm geben können, ist, sein Vermächtnis und seinen Geist am Leben zu erhalten“

Auch nach seinem Ausscheiden bei den Vereinten Nationen setzte Annan seinen Einsatz für den Frieden fort. Sein vielleicht größter Misserfolg war der Versuch einer Vermittlung im Syrienkrieg als UN-Sondergesandter. Annan engagierte sich auch für den Frieden über seine Stiftung und den Ältestenrat „The Elders“, einen Zusammenschluss früherer Politiker und Diplomaten.
Nach dem Tod von Annan hat sich EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker tief betroffen geäußert. „Die Welt trauert um eine große Führungspersönlichkeit und einen Menschenfreund“, schrieb Juncker am Samstag auf Twitter. „Die größte Anerkennung, die wir ihm geben können, ist, sein Vermächtnis und seinen Geist am Leben zu erhalten.“ Juncker nannte Annan einen alten Freund und eine Inspiration.