PASCAL STEINWACHS

Dass die Belgier nicht immer alle Tässchen im Schränkchen haben, dürfte allgemein bekannt sein, aber dass sie nun schon seit einigen Jahren auch über so etwas wie einen Tortenwurf-Tag verfügen, das wissen wohl nur die allergrößten Belgiophilen. Torten wurden gestern zwar keine geworfen, dafür aber eine leckere Portion Pommes mit Mayo, die eine Aktivistin der Frauenprotestbewegung LilithS („Nous n’acceptons pas d’être réduites à des Objets de désir, des sextoys, des salopes, des saintes, des putains, des muses ou des mères“) auf einer Pressekonferenz auf Belgiens Premierchef Charles Michel warf, um solcherarts ihre Nichteinverstandenheit mit dessen Politik auszudrücken. Michel blieb aber ganz cool und freute sich scheinbar sogar über die Abwechslung.

Sein luxemburgischer Zwilling (gleiche Frisur, gleiches Bartgewächs, gleiche Brille), Etienne Schneider, ist ob der kostenlosen Wurfwerbung anscheinend schon ganz neidisch, aber was nicht fliegt, kann ja noch geworfen werden. Statt Fritten würden hierzulands aber wohl eher „Judd mat Gaardebounen“, „Bouneschlupp“ oder „Feierstengszalot“ geworfen werden, und das ist dann doch nicht so angenehm, aber immerhin noch besser als Käsefondue...