Das „Wort“ machte sich am Samstag echte Sorgen um das Geheimdienst-Archiv, das am Mittwoch versiegelt wurde. „Hoffentlich haben sie vorher kontrolliert, ob die Papier-Schredder inzwischen kalt sind, nicht dass auch noch ein Feuer ausbricht“, zittert eine Redakteurin. Kein Wunder: Wie vergangene Woche rauskam, fand sich in dem Datenwust mindestens ein Dossier über „Wort“-Feinde aus katholischen Reihen. Gnade ihnen Gott, wenn die Chefetage das in die Finger bekommt.
Ob Premier Juncker dem jetzigen Obergeheimagenten keine Instruktionen gegeben hat, wie mit den Datenbanken zu verfahren ist? Heck plauderte jedenfalls eifrig über die Zahl der Karteikarten - und was alles sonst noch? - mit seinem Vor-Vorgänger, der knapp vor Einsetzung des U-Ausschuss noch beim „Wort“ war, um ein Exklusivinterview über die Peinlichkeit dieser ganzen Geheimdienst-Geschichten abzusetzen. „Irgendwie kommt der blöde Verdacht auf, dass der kalte Krieger nie richtig wusste, was seine Mannen so getrieben haben“, schrieb das „Wort“ vorgestern. Am kommenden Freitag kehrt der Kalte Krieg übrigens noch mal zurück ins Parlament. Dann sitzt Ehrenpremier Santer auf dem Grill. Wäre doch gelacht, wenn der nicht alle überrascht. Höhöhö.