PASCAL STEINWACHS

So ganz und gar unnütz, wie bislang gedacht, ist das Briefing-Streaming also doch nicht, ansonsten jetzt nicht bis in alle Ewigkeit im www-Netz zugeguckt werden könnte, wie ein Minister die Contenance verliert und auf einmal auf Tsunamis und das Stehvermögen der Regierung zu sprechen kommt, nur weil eine Journalistin wegen diesem blöden LuxLeaks-Dings mehrmals nachgehakt hatte, und damit eigentlich nur ihrem Beruf nachkam. Der Gramegna’sche Ausraster war dann auch sogar der „Berliner Zeitung“ einen Artikel wert („Ein Mann, kein Wort“): „Ich war noch nicht fertig! Ich bin immer noch nicht fertig! Lassen Sie mich einfach vielleicht ausreden! Hören Sie auf zu gestikulieren! Das ist von einer Unfreundlichkeit, die unglaublich ist“, wie sie die ganze Chose resümierte.

Die Zeitung visitierte bei ihrem Luxemburg-Besuch aber auch das finanzministerliche Büro: „Jetzt hockt er da auf dem zu niedrigen Stuhl vor dem kalten Kamin und hangelt sich durch einstudierte Sätze“.

Gramegna - „weiße Löckchen umkränzen sein Haupt“ - hat dann auch die Faxen derart dicke, dass er nun, zusammen mit dem erbgroßherzoglichen Paar, nach Brasilien geflüchtet ist, das ganze aber als Wirtschaftsmission getarnt hat. Vielleicht heuert er ja dort als Sambalehrer an...