LUXEMBURGCHRISTIAN SPIELMANN

Jean-Jacques Zilbermanns neuer Spielfilm „A la vie“ läuft zurzeit in den Kinos

Regisseur Jean-Jacques Zilbermann kam 1955 als Sohn von zwei KZ-Überlebenden auf die Welt. Mit Filmen wie „Tout le monde n’a pas eu la chance d’avoir des parents communistes“ (1993) oder „Les Fautes d’orthographe“ (2004) machte er sich einen Namen in der Filmbranche. Mit seinem neuesten Film „A la vie“ erforscht er die Vergangenheit seiner Mutter Hélène.

1997 filmte er sie und ihre Freundinnen Rose und Lili in den Ferien in Berck-Plage in der Bretagne. Daraufhin realisierte er den Dokumentarfilm „Irène et ses soeurs“, der nie öffentlich gezeigt wurde. Sein neuer Spielfilm erzählt frei inspiriert, wie es zum Wiedersehen der drei Frauen kam.

Wiedersehen nach 17 Jahren

Der Film beginnt 1945 im KZ von Auschwitz. Hélène (Julie Depardieu) und Lili (Johanna ter Steege) werden von den Deutschen aus dem Lager geleitet. Hélène verliert Lili aus den Augen und glaubt zudem, dass Rose (Suzanne Clément) das KZ nicht überlebt hat. Zurück in Paris, versucht sie ihr Leben auf die Reihe zu bekommen.

Anstatt den netten Raymond (Mathias Mlekuz) zu heiraten, zieht sie ihre Jugendliebe Henri (Hippolyte Girardot) vor, der seine Frau und Kind im Krieg verlor und von den Nazis aufs grausamste gepeinigt wurde. Ein komplett erfülltes Leben als Frau führt sie nicht.

Zeitsprung

1962. Hélène hat in all den Jahren versucht, Lili über den Weg von Zeitungsannoncen wieder zu finden. Erst jetzt hat Lili sich gemeldet, und das Wiedersehen soll im Badeort Berck-Plage stattfinden, wo Raymond Hélène ein Appartement zur Verfügung gestellt hat. Lili hat eine Überraschung, denn sie hat Rose mitgebracht, die den Krieg überlebt hat und nun in Kanada lebt. Am Strand hat sich der junge Pierre (Benjamin Wangermee) in Hélène verliebt. Aber Hélène versucht trotz allem seinen Avancen zu widerstehen.

Trotz der Dramatik, die in dieser Geschichte steckt, hat Zilbermann seinen Film komplett in den Sand gesetzt! Er bringt es nicht fertig, die Geschehnisse glaubhaft zu gestalten. Nicht einmal den drei renommierten Schauspielerinnen gelingt es, ihre Rollen überzeugend zu spielen, um wenigstens etwas Positives aus der Geschichte herauszuholen. Ihre Interpretation sieht sich eher an, als wären sie vom Regisseur im Stich gelassen worden. Jede interpretiert irgendwie eine Frau, zu der sie keinen Bezug hat.

Dann wirkt der Teil, der in Berck-Plage spielt, wie „Les vacances de M. Hulot“, mit einer walzerartigen musikalischen Untermalung, ohne allerdings den Humor eines Jacques Tati. Der Zuschauer erfährt häppchenweise von der Tragik in Hélènes Beziehung, und auch von den Ereignissen in Auschwitz. Doch weder das eine noch das andere bewegt, sondern lässt den Zuschauer ganz einfach kalt!