LUXEMBURG
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Europäisches Projekt „Night Light“ in Clerf vorgestellt

Im Beisein von Dr. Lukas Schuler, Präsident von „Dark-Sky Switzerland“ und Experte in Sachen Lichtverschmutzung, und von Nynke-Rixt Jukema, Initiatorin des Projektes, stellte Energie- und Landesplanungsminister Claude Turmes am Donnerstagabend das europäische Projekt „Night Light“ im Clerfer Schloss vor.

Beim Projekt „Night Light“ wird der Problematik der Lichtverschmutzung aktiv entgegengewirkt und die Wertigkeit eines natürlich dunklen Nachthimmels hervorgehoben. Acht Regionen aus sieben europäischen Partnerländern, den Niederlande, Ungarn, Spanien, Dänemark, Slowenien, Italien und Luxemburg haben dabei das gleiche Ziel vor Augen und unterstützen sich gegenseitig seit Januar 2017.

Für Luxemburg beteiligt sich der Naturpark Our. Das Projekt wird gefördert vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und läuft bis Ende 2021. Die übergeordneten Zielsetzungen der Partnerregionen sind:

- die Entwicklung und Verbesserung regionaler Strategien für die Eindämmung von Lichtverschmutzung;

-ein nachhaltiger Schutz und die Aufwertung des natürlich dunklen Nachthimmels.

Erste Initiativen gestartet

Dank einer im März 2017 zustande gekommenen Partnerschaft zwischen den Gemeinden des „Naturpark Our“ und den Ministerien des Umwelt und für Landesplanung konnte erste erfolgsversprechende Aktionen im Hinblick auf eine Reduzierung der Lichtverschmutzung in der Region „Éislek“ von der Arbeitsgruppe „Night Light“ gestartet werden:

- die exemplarische Beleuchtung des Fußballfeldes in Wilwerwiltz in der Gemeinde „Kiischpelt“;

- die Erstellung und der Beginn der Umsetzung des Masterplans, um die Lichtverschmutzung in der Gemeinde Clerf zu mindern;

- erstes Verwirklichungen des Pilotprojektes „Bonne lumière/Gutes Licht“ in der Gemeinde Putscheid: Optimierung der Anlage der öffentlichen Beleuchtung und Neudefinierung der Abschaltzeiten der öffentlichen Beleuchtung;

- vorbildliche Umrüstung von Beleuchtungsinfrastruktur im Parc Hosingen durch das interkommunale Syndikat SISPOLO der Gemeinden Parc Hosingen und Putscheid;

- kommunale Prozedur zur Reglementierung von Werbelichtanlagen in der Gemeinde Parc Hosingen.

Projekte in den Gemeinden Wintgerund Tandel in Ausarbeitung

Weitere Projekte der Gemeinden Wintger und Tandel befinden sich derzeit in Planung. Außerdem konnte der Naturpark Our mit Beteiligung des Umweltministeriums eine wissenschaftliche Detailanalyse der bei Nacht am hellsten, künstlich beleuchteten Zonen im Naturparkgebiet, durchführen lassen. Der Schweizer Wissenschaftler Dr. Lukas Schuler erprobte dabei ein Verfahren zur objektiven Visualisierung von schlecht installierten Lichtquellen. Die Daten sollen es ermöglichen, den meist privaten Besitzern dieser Infrastrukturen, die negativen Umwelteffekte ihrer Anlagen möglichst fachlich und objektiv darzulegen, um bestenfalls gemeinsam die Möglichkeiten einer deutlichen Optimierung zu erkunden und somit zu einer schnellen Reduzierung von unnötigen Lichtemissionen in der Region zu gelangen.

Ein Ausblick auf weitere Maßnahmen

Die Arbeitsgruppe „Night Light“ plant für die kommenden Jahre eine ganze Reihe von ambitionierten und innovativen Maßnahmen für die Umsetzung der übergeordneten Zielsetzungen des Projekts. Ende des laufenden Jahres möchte sie gemeinsam mit allen beteiligten Strukturen einen regionalen Aktionsplan gegen Lichtverschmutzung in die Wege leiten, welcher die Region „Éislek“ in den kommenden Jahren in einem neuen, nachhaltigen Licht erscheinen lässt.

Einige Beispiele von angehenden Projekten, die vom „Naturpark Our“ initiiert und von den Mitgliedsgemeinden und dem Umweltministerium finanziell ermöglicht werden:

- Zukünftig soll in der Region „Éislek“ eine unabhängige Beratungsstelle für nachhaltige Beleuchtung eingerichtet werden, welche öffentlichen und privaten Strukturen sowie allen Privathaushalten, unentgeltlich eine fachliche Unterstützung bei der Planung einer umweltverträglichen Beleuchtung anbietet.

- Die Aufstellung eines digitalen Inventars aller öffentlichen Beleuchtungsinfrastrukturen wird den Naturparkgemeinden zukünftig eine bessere Planungssicherheit für die energetische und nachhaltige Optimierung von Lichtanlagen ermöglichen.

- Zusätzlich beginnen die beteiligten Projektpartner kurzfristig mit einer umfassenden öffentlichen Informations- und Sensibilisierungskampagne über Lichtverschmutzung, die Wertschätzung der natürlichen Dunkelheit und die Notwendigkeit des Schutzes des Nachthimmels.

Weitere Maßnahmen beziehen Ansätze der Gesundheit, der Lebensqualität, des Tourismus, des Naturschutz und Landschaftsschutzes, der Weiterbildung, der Wirtschaft, der Planung, der Kooperation, der Kultur und der Kommunikation mit ein. Der Aktionsplan wird breit gefächert und weiträumig ausgelegt. Dies verdeutlicht ebenso die mittlerweile integrale Verflechtung von künstlichem Licht in unserer Gesellschaft. Die Umsetzung eines so ambitionierten Aktionsplans kann nur mit Hilfe von regionalen und nationalen Partnerstrukturen gewährleistet werden. Ab 2021 werden die Bestrebungen aktiv durch ein regionales Monitoring begleitet.