LUXEMBURG
MARA KROTH

Jungableger der internationalen Organisation „Zonta“ kommt nach Luxemburg -und bietet jungen Menschen die Möglichkeit, sich zu engagieren

Clémentine Rixhon ist die Gründerin des „Z Club Young Zonta Luxembourg“. Am Mittwoch wurde die Schülerin im „Lycée Aline Mayrisch“ für ihr Engagement mit dem „Zonta International Young Women in Public Affairs Award“ ausgezeichnet, der jährlich allein zehn jungen Frauen weltweit im Alter zwischen 16 und 19 Jahren für ihren ehrenamtlichen Einsatz verliehen wird.

Doch welche Rolle spielt „Zonta“? Zonta ist eine internationale Organisation für Männer und Frauen, die sich für Gleichberechtigung und die Rechte der Frauen weltweit einsetzt. 1919 wurde in Buffalo in den USA der erste Zonta Club gegründet. Mittlerweile gibt es über 1.200 Clubs in 63 Ländern mit mehr als 63.000 Mitgliedern. Der Name „Zonta“ geht indes auf die Symbolsprache der Sioux zurück und bedeutet: ehrenhaft und vertrauenswürdig handeln.

Auch in Luxemburg ist die orangene Organisation schon zahlreich vertreten: Insgesamt vier Zonta Clubs gibt es über das Land verteilt. Mit dem „March to end Violence against Women“ am 25. November vergangenen Jahres zogen die „Zontians“ große Aufmerksamkeit in Luxemburg auf sich: Im Rahmen der „Woche zur Beendigung der Gewalt gegen Frauen“ wurden viele Veranstaltungen und Events rund um das Thema Gewalt gegen Frauen organisiert. Die Woche endete mit rund 300 Demonstranten, die vom Glacis aus bis zum Luxemburger Parlament liefen, um ihre Anteilnahme zu zeigen.

Eine Organisation für junge Aktivisten und Aktivistinnen

Neben der Preisverleihung an Clémentine Rixhon wurde die Gründung des neuen „Z Club Young Zonta Luxembourg“, der offen für junge Frauen und Männer im Alter zwischen 16 und 19 Jahren ist, am Mittwoch offiziell. Vorab erklärte Clémentine Rixhon, wie die Arbeit der Zonta-Neulinge aussehen wird: Die erste Aktion werde sich der Unterstützung der philippinischen „Marillac Hills“-Unterkunft widmen, in welcher Mädchen, die Opfer von Missbrauch wurden, sozial und psychologisch unterstützt würden.

„Die Problematik besteht darin, dass die Mädchen ab ihrem 18. Lebensjahr die Unterkunft verlassen müssen - und ohne gute Bildung und finanzielle Mittel auf sich allein gestellt sind“, schilderte Clémentine, die die Unterkunft auf den Philippinen Ende letzten Jahres besuchte.

Gezielte Hilfsaktionen und Sensibilisierung

„Young Zonta Luxembourg“ möchte sowohl mit finanziellen als auch materiellen Spenden den jungen Mädchen unter die Arme greifen. Neben gezielten Hilfsaktionen stehen für die Mitglieder von „Young Zonta“ jedoch auch sogenannte „Advocacy“- und „Awareness“-Events auf dem Programm. Konkret bedeutet das, dass durch Veranstaltungen oder Diskussionsforen auf kritische gesellschaftliche Themen aufmerksam gemacht werden soll. Besonders am Herzen liegt den jungen Zontians das Thema Sexismus. In ihrer Dankesrede berichtete Clémentine davon, wie sie schon mehrmals mit diesem Thema in Kontakt geraten sei. „Frauen werden nicht auf ihr Wissen, sondern lediglich auf ihren Körper und ihr Geschlecht reduziert“, kritisierte sie.

Auch Griet de Prycker, Gouverneurin des 27. Distrikts von Zonta, bemerkte in ihrer Rede am Mittwoch, dass in der internationalen Politik Frauen immer noch öffentlich und durch Gesetzesbeschlüsse benachteiligt würden. „Young Zonta Luxembourg“ will daher den Dialog suchen: Für die Zukunft sind Events geplant, die das Thema Sexismus und die Rolle der Männer in einem anderen Licht beleuchten sollen.

„Lycée Aline Mayrisch“ international führend

Mit Clémentine Rixhon wurde die dritte Schülerin des „Lycée Aline Mayrisch“ für ihr überdurchschnittliches Engagement mit dem „Zonta International Young Women in Public Affairs Award“ ausgezeichnet. Damit ist das Lyzeum mit drei internationalen Award- Gewinnerinnen weltweit führend. Clémentines Engagement begann in der Vergangenheit mit der Vertretung der Schulgemeinschaft, der Teilnahme und Organisation verschiedener „Model European Parliament“-Programme, wie auch der Repräsentation im luxemburgischen Jugendparlament sowie Jugendparlament der Frankophonie.

Neben vielen weiteren außerschulischen Aktivitäten (zum Beispiel der Koordination von „JA Alumni Luxembourg“) ist sie gegenwärtig UN-Jugenddelegierte für Luxemburg (in unserer Rubrik „Zoom“ berichteten wir am 20. Januar 2018) und fuhr Ende letzten Jahres zur Generalversammlung der Vereinten Nationen nach New York.

Für die Zukunft wünscht sich der neue „Young Zonta Club Luxemburg“ tatkräftige und motivierte Mitglieder, die etwas bewegen und ihre Ideen einbringen wollen. Dabei reicht es, sich per E-Mail oder Facebook vorzustellen und ein kurzes Motivationsschreiben über die eigenen Zukunftsvisionen anzufertigen.


Mehr Informationen gibt es auf Facebook

unter „Young Zonta Luxembourg“