LUXEMBURG
SVEN WOHL

Die „Luxembourg Esports Federation“ (LESF) will E-Sports voranbringen

E-Sport spielt in Luxemburg eine immer größere Rolle. Nach ersten, regelmäßigen Turnieren besteht nun auch eine nationale Liga. Damit nicht genug: Dieses Jahr wurde die „Luxembourg Esports Federation“ (LESF) gegründet. Wir nutzten die Gelegenheit, um mit dem Mitgründer Joe Hoffmann über deren Ziele zu sprechen:

„Solange die Politik das Thema nicht anspricht, 
ist es schwierig, Sponsoren zu finden“ - Joe Hoffmann, Vorsitzender des LESF (Foto: privat) - Lëtzebuerger Journal
„Solange die Politik das Thema nicht anspricht, ist es schwierig, Sponsoren zu finden“ - Joe Hoffmann, Vorsitzender des LESF (Foto: privat)

Wie sind Sie zum E-Sport gekommen und wozu haben Sie diese Föderation gegründet?

Joe Hoffmann Selbst habe ich schon früh angefangen, Videospiele zu spielen. Das habe ich bei einigen Spielen auch kompetitiv getan. Wir sind der Meinung, dass E-Sport in Luxemburg noch in den Kinderschuhen steckt. Das liegt auch daran, dass es von der Politik kaum angesprochen wird. Wir wollen dafür sorgen, dass E-Sports als Sport anerkannt wird, weil das auch ein wichtiger Schritt in der Entwicklung des Sports darstellen würde.

Mit welchen anderen Organisationen arbeiten sie zusammen?

Hoffmann Wir sind für jeden offen. Gaming ist etwas, das viele Menschen miteinander verbindet. Zwei Partner und ich selbst sind auch Gründer von Fwrd, der ersten professionellen E-Sports-Organisation in Luxemburg. Zusammen mit Team Slick, was die größte Amateurorganisation ist. Wir haben auch andere Organisationen eingeladen und führen noch zahlreiche Gespräche.

Wie sieht es mit einer Anerkennung durch das „Comité Olympique“ aus?

Hoffmann Über eine Anerkennung durch das IOC wird in der Community viel diskutiert und die Argumentationen gehen da stark auseinander. In meinen Augen ist diese Anerkennung kein Muss. Das IOC ist auch nicht unbedingt die fortschrittlichste Organisation und deshalb auch nicht so offen für Neues.

Wie sieht die E-Sports-Szene in Luxemburg aus und wie entwickelt sie sich?

Hoffmann Sie wächst konstant. Die POST eSports League ist hier ein positiver Faktor, aber damit ist es noch nicht getan. Es müssen Strukturen und Unterstützungen folgen. Solange die Politik das Thema nicht anspricht, ist es schwierig, Sponsoren zu finden. Das führt auch dazu, dass manche Spiele in Luxemburg aktiver betrieben werden als andere. Counterstrike wird wenig betrieben, FIFA dagegen sehr viel, auch weil dort viel organisiert wird. Man ist auf einzelne Akteure angewiesen, die ein Spiel promoten. Wenn das nicht der Fall ist, müssen die Spieler ins Ausland ziehen.

Wie sieht es mit den Fighting-Games aus? Dabei handelt es sich ja weniger um einen Mannschaftssport.

Hoffmann Das hängt ein wenig davon ab, wie man das definiert. Wenn man die
„Super Smash Bros.“-Reihe mitnimmt, so gibt es hier eine aktive Szene mit relativ guten Spielern, die international mithalten können. Es gibt also kleine Communitys, doch niemanden, der das Ganze bündelt.

Unser Ziel ist es dann auch, dafür zu sorgen, dass E-Sports als Ganzes anerkannt wird: Eine Situation, in der FIFA als E-Sport, „Super Smash Bros.“ hingegen nicht als E-Sport anerkannt wird, wollen wir absolut vermeiden. Entweder E-Sports ist mitsamt all seiner Genres Sport oder es ist mitsamt all seiner Genres kein Sport.

Könnte E-Sport in Luxemburg zum Zuschauersport werden?

Hoffmann Definitiv. E-Sports ist insgesamt betrachtet noch jung. Aber es werden auch schon viele Alterskategorien abgedeckt. Deshalb läuft es teilweise auch im Fernsehen, Sport1 hat zum Beispiel einen eigenen E-Sports-Kanal.