LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

„The Lion King“ als Neuverfilmung im Kino

Im Jahr 1994 kam „The Lion King“ in die Kinos, als 32. Zeichentrickfilm der Disney-Studios. Da die Walt-Disney-Erben angefangen haben, alle ihre Klassiker neu zu verfilmen, wie „Dumbo“, „Aladdin“ oder „Pete’s Dragon“, musste nun auch der Löwenkönig dran glauben, diesmal in einer zumindest meisterhaften technischen Manier. Eine weiter entwickelte Form der fotorealistischen Animation wurde hier benutzt. Laut Aussagen der Studios sind alle Szenen computeranimiert, und es wäre kein real lebendes Wesen im Film zu sehen, was aber angesichts verschiedener Tieraufnahmen nicht unbedingt nachvollziehbar ist. Jon Favreau - er ist momentan in der Rolle von Happy in „Spider-Man: Far from Home“ zu sehen - inszenierte bereits die Neuverfilmung von „The Jungle Book“. Er realisierte und produzierte diese neue animierte Fassung und basierte sich in vielen Punkten auf das äußerst erfolgreiche Bühnenmusical, das 1997 aus dem Film erschaffen wurde.

Schuldgefühle

Der neue Löwenkönig Simba wird den Bewohnern der Pride Lands in Afrika vom Schamanen Rafiki, ein Mandrill, präsentiert. Simbas Eltern, König Mufasa und Königin Sarabi, sind stolz auf ihren Sohn. Nur einer ist nicht begeistert vom neuen Thronerben, Mufasas Bruder Scar. Dieser würde alles machen, um selbst König zu werden. Er erzählt deshalb Simba von einem verborgenen Elefantenfriedhof. Simba ist extrem neugierig und macht sich mit seiner Spielgefährtin Nala auf den Weg dorthin. In dieser düsteren Ecke der Steppe leben die Hyänen, die beide um ein Haar gefressen hätten, wäre Mufasa nicht in letzter Sekunde aufgetaucht. Scar heckt nun einen bösen Plan mit den Hyänen aus, um Mufasa zu stürzen. Die Hyänen lösen eine panische Flucht bei Gnus aus, in die Simba hineingerät.

Ein Filmmusical

Als Mufasa seinen Sohn retten will, stößt ihn Scar in die flüchtende Herde. Scar erklärt Simba, dass es seine Schuld ist, dass sein Vater sterben musste, und er besser hätte, das Weite zu suchen, ehe ihn die Löwinnen deswegen töten werden. Der kleine Löwe verlässt die Pride Lands. In der Wüste verlassen den Kleinen die Kräfte. Er wird vom Erdmännchen Timon und dem Warzenschwein Pumbaa gerettet.

Alle Lieder des Originalfilms, die Elton John komponierte und zu denen Tim Rice die Texte schrieb, wurden beibehalten, wie unter anderem „Circle of Life“, „I Just Can’t Wait to Be King“, „Hakuna Matata“ oder „Can You Feel the Love Tonight“, ein Lied, das 1995 mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. Hans Zimmer komponierte erneut die Filmmusik, welche 1995 ebenfalls einen Oscar gewann.

Es wurden auch zwei neue Songs in den Film integriert. „Pride“ wird von Beyoncé gesungen, welche der erwachsenen Nala ihre Stimme leiht, und „Never Too Late“, das Sir John selbst im Abspann singt. Auch wurde der 1961-Oldie „The Lion Sleeps Tonight“ eingebaut, wie „He Lives in You“, der in der Musical-Fassung zu hören ist.

Absolut bewundernswert sind die von Computerprogrammen animierten Tiere, die realer als in der Realität aussehen. Der kleine Simba sieht genau so süß aus, wie Scar böse wirkt. An der Geschichte wurde nichts Wesentliches verändert und funktioniert sowohl auf dramatischer Ebene wie als Musical. Der neue „The Lion King“ ist ein Remake, das in dieser Form ein Meilenstein in der Geschichte der Animationsfilme darstellt, und somit nicht zu verpassen ist.