LUXEMBURG
MICHAEL BATTENBERG

Seit Mitte Juni dürfen die Kinos wieder Zuschauer empfangen. Während der dreimonatigen Zwangspause hatten die Betreiber alles daran gesetzt, die sanitären Schutzmaßnahmen umzusetzen, um die nötige Sicherheit zu gewährleisten. Doch der Andrang in den Kinos hält sich bislang in Grenzen. Besonders für die kleinen regionalen Kinos könnten die Auswirkungen der Corona-Pandemie verheerende Folgen haben, wie Michael Battenberg, Präsident der Ciné Sura a.s.b.l., erklärt.

„Die Sicherheit des Publikums wird in allen Kinos sehr ernst genommen. Es wurde viel investiert, um sie zu garantieren und den Zuschauern wieder einen sicheren Kinobesuch zu ermöglichen. Wir haben Infektionsmittelspender aufgestellt und sogar unsere Lüftungsanlage erneuert, das war teuer und eine aufwändige Arbeit. Auch die Abläufe und Zeiten haben wir geändert, sodass nach den Vorstellungen mehr Möglichkeit bleibt, alles zu desinfizieren. Wir haben wirklich alles getan, was wir tun konnten. Natürlich war uns klar, dass die Leute gerade am Anfang nicht in Strömen zurückkommen würden. Die Platzanzahl im Ciné Sura mussten wir ohnehin von 110 auf 25 begrenzen, damit der Abstand gewährleistet ist und die Maske während des Films nicht getragen werden muss.
Würden zu jeder Vorstellung auch tatsächlich 25 Gäste kommen, wären wir glücklich.

esucherzahlmäßig ist es aber sehr hart. Das liegt zu einem nicht unwesentlichen Teil auch daran, dass im Moment keine wirklich großen neuen Filme starten. Erst seit dem Wochenende haben wir mit ,Tenet‘ von Christopher Nolan wieder einen Blockbuster im Programm. Über diesen Filmstart hat sich ganz Europa gefreut. Überall waren die Kinosäle gut besucht. Am letzten Wochenende waren unsere Zahlen dann auch schon ein wenig erfreulicher. Dennoch haben wir derart viel in die Schutzmaßnahmen investiert, dass es momentan noch nicht abzusehen ist, ob wir das Jahr überleben, vor allem wenn die Besucher fernbleiben. Einerseits gibt es da immer noch eine gewisse Scheu, wieder ins Kino zu gehen, dies aus Unsicherheit. Andererseits fehlt es aber auch an einem interessanten Angebot, und da sind wir abhängig von den Filmverleihern.   

Warner Bros. haben wohl entschieden, ,Tenet‘ rauszubringen, aber andere wie Disney beispielsweise ziehen ihre Filme zurück oder verschieben den Start immer wieder. Das stimmt uns natürlich sehr traurig. Es ist äußerst wichtig, dass die Filmverleiher verstehen, dass die Filme jetzt ins Kino gehören, auch unter den momentanen Auflagen, und nicht darauf gewartet werden kann, dass die amerikanischen Kinos wieder öffnen.

Es ist aber genauso wichtig, dass die Besucher verstehen, dass wir ihnen ein völlig sicheres Erlebnis bieten. Daher mein Aufruf: Kommt wieder in die Kinos, vertraut uns, wir haben viel Geld investiert, um die Sicherheitsauflagen zu erfüllen. Es wäre schade, gerade für diese kleinen Häuser in Luxemburg, die wirklich ums Überleben kämpfen müssen, wenn die Leute aus Angst nicht zurückkehren.

Wir werden jetzt Ende September noch einmal ein einwöchiges Autokino bieten, die Ausgabe im Juli war ein voller Erfolg, und vielleicht fühlen sich die Leute tatsächlich noch sicherer im Auto. Trotzdem hoffen wir, dass sich die Situation bald bessern wird und auch das Indoor-Kino wieder besser besucht wird, sonst wird es schwer für die Betreiber.“