Unser Außenminister ist zwar ein enorm weit gereister Mann, doch ins wilde Kurdistan hatte es bislang noch nicht einmal Jean Asselborn verschlagen. Das ist ab sofort anders, treibt sich Luxemburgs Chefdiplomat doch an diesem Wochenende für zwei Tage in eben diesem Kurdistan herum, um dort mit eigenen Augen zu überprüfen, ob Karl May denn tatsächlich so ein großer Betrüger war oder ob es dieses wilde Kurdistan wirklich gibt.
Dabei wird Asselborn wohl wie weiland Kara Ben Nemsi zahlreiche Abenteuer zu bestehen haben, wobei ersterer es anscheinend ebenfalls darauf abgesehen hat, Frieden zwischen den verfeindeten Stämmen zu stiften, und das, so lehrt uns Karl May, ist nicht immer einfach - „(...) aber diese Teufelsmänner haben mich seit einer halben Stunde mit Augen angesehen, welche ganz fürchterlich sind. Es sieht grad so aus, als ob sie mich töten wollten!“ -, aber im Erfolgsfall könnte vielleicht sogar ein Friedensnobelpreis dabei herausspringen, und das ist bekanntlich gehörig mehr als ein Kleinstaatenpreis des Herbert-Batliner-Europainstituts. Der Editorialist der Erzbistumszeitung sprach gestern jedenfalls schon mal ehrfurchtsvoll von einem „Apachen in Mesopotamien“ (nicht zu verwechseln mit Menopause), und das ist auch gut so...


