PASCAL STEINWACHS

Erinnert sich noch jemand an das „Luxembourg. Let’s make it happen“-Dings, das Nonplusultra des modernen Nation Brandings, das man sich allerdings auch hätte sparen können, wenn man sich die Folgen des kulturellen und politischen „Let’s make it happen“ im Falle Enrico Lunghi jetzt so ansieht. Sogar der arme Kulturstaatssekretär Guy Arendt musste dieser Tage in die Arena steigen, um „statt Bettel die Kastanien aus dem Feuer“ zu holen, wie die Erzbistumszeitung gestern voll fies die frühere Kulturministerin Octavie Modert zitierte, aber unserer Einschätzung nach dürfte dieses Feuer sowieso noch etwas länger lodern, so dass bestimmt auch der für die Kultur zuständige Staatspremier noch gehörig Gelegenheit haben wird, seinen persönlichen Senf zu den Kastanien dazuzugeben.

CSV-Tweet-Champ Laurent Mosar (nicht zu verwechseln mit Konfuzius) scheint jedenfalls alles andere als überzeugt, ansonsten er diese Woche wohl kaum „Ein Volk von Schafen führt schließlich zu einer Regierung von Wölfen“ (Agatha Christie) in die Welt hinaus getwittert hätte, aber am gleichen Tag hatte er auch schon Churchill zitiert: „Ein Appeaser ist jemand, der ein Krokodil füttert in der Hoffnung, dass es ihn zuletzt frisst“.

Da trifft es sich toll, dass Luxemburg jetzt im Zusammenhang mit den Schneider’schen Asteroiden-Bergbau-Plänen sogar im US-Sender CNN zu Ehren kam, und dabei als (Luxemburg, nicht Schneider) „winzig, pittoresk, und ohne Zugang zum Meer“ beschrieben wird. Zu Wort kommt natürlich auch Schneider selbst: „Man muss sich heute etwas trauen, man muss mutig sein“. Wo er recht hat...