LUXEMBURG
LILIANE FERRON

Liliane Ferron, Vizepräsidentin und Pressesprecherin der Luxemburger Déiereschutzliga, spricht am Weltkatzentag über die Sorgen mit nicht kastrierten Katzen.

„Unsere Veterinärin hat mal ausgerechnet, dass ein Katzenpaar rein rechnerisch im ersten Jahr 12 Junge haben kann, nach zwei Jahren sind es schon 72 und nach drei Jahren über 400. Nach fünf Jahren könnten aus den zwei so 15.500 Katzen geworden sein. Deshalb ist es so wichtig, dass Katzen sterilisiert werden.  Das Impfen ist ebenfalls sehr wichtig, denn halb verwilderte Katzen fressen ja auch Tiere wie Ratten und Mäuse – und treffen dann wieder auf Hauskatzen. Katzen können bis zu 20 Jahre alt werden, das ist eine lange Zeitspanne, in der viel passieren kann.

Pro Jahr werden 400 bis 500 Katzen abgegeben respektive gefunden. Wenn herrenlose Katzen gefunden werden, dann kastrieren wir sie, sie werden aber in der Regel wieder ausgesetzt. Manchmal ist eine Scheidung der Grund, warum Menschen sich von ihrer Katze trennen, manchmal eine Allergie, manchmal ein Verbot des Vermieters. Wenn jemand eine Katze adoptieren will, fragen wir immer, ob die Katze nach draußen darf. Denn das ist natürlich besser für das Tier, schließlich sind sie Freigänger.

Wenn das nicht möglich ist, raten wir, zwei Kätzchen zu adoptieren oder eine Katze, die nie Freigang hatte. Sonst drehen die Katzen durch. Wer eine Katze bei uns mitnehmen will, unterschreibt einen Adoptionsvertrag. Die Katze ist kastriert, geimpft und gechipt. Wir raten immer dazu, sich zu überlegen, welche Bedürfnisse die Katze hat und wie viel Zeit man selbst hat. Schließlich sollen beide Seiten froh miteinander sein. Wer eine Katze will, nur weil sie süß ist, handelt nicht verantwortlich, denn 20 Jahre sind eine lange Zeit. Eines ist sicher: Eine Katze braucht bei aller Unabhängigkeit viel Zuwendung.“