CLAUDE KARGER

Es begeistert noch immer: Das Buch des langjährigen „Bild“-Kolumnisten Mainhardt Graf Nayhauß über „das Kauderwelsch der Volksvertreter“. Auch der „Wiesbadener Kurier“ hat drin geblättert und zeigte sich gestern besonders angetan vom Beitrag unseres Premiers - „einer der wenigen Politiker, denen man ob ihrer klaren verständlichen Sprache gerne zuhört“. Na ja. Die Wiesbadener scheinen noch nie in einen Juncker‘schen Schachtelsatzsturm geraten zu sein. Wie dem auch sei: „vollends problematisch wird es, wenn das Kauderwelsch die inhaltliche Ratlosigkeit des Sprechenden spiegelt“, zitiert das Blatt wiederum den Premier, der unter anderem feststellt, dass aus den Floskeln „Kauderwelsch-Gesetze und Kauderwelsch-Verträge“ werden, wie etwa das 160.000-Wörter-Monster europäische Verfassung. Schuld sind natürlich auch die Medien,, die „Kauderwelsch-Statements vielfach ungefiltert in Kauderwelsch-Artikeln wiedergeben“. Dabei bemühen wir uns redlich, aus Polit-Logorrhö und -Blubb die Essenz herauszufiltern. Manchmal ein Ding der Unmöglichkeit. Das Thema Kauderwelsch wird uns also erhalten bleiben. „Und die daraus resultierende Kluft zwischen Bürgern und Politikern auch“, wie der „Kurier“ richtig schlussfolgert.