LUXEMBURG
JACQUELINE KIMMER

„Médecins sans Frontières“ Luxemburg stellt neue Sensibilisierungskampagne vor

Am Welt-Aids-Tag startete „Médecins sans Frontières“ (MSF) Luxemburg gestern seine neue Sensibilisierungskampagne „L’accès aux soins est un droit fondamental pour tous“ (Der Zugang zu medizinischer Versorgung ist ein Grundrecht für alle). Diese Kampagne, wie Paul Delaunois in seiner Eigenschaft als Generaldirektor von MSF Luxemburg im Rahmen einer Pressekonferenz unterstrich, definiert sich durch Kinospots, Anzeigen und einen eigenen Internet-Auftritt - accesauxsoins.msf.lu.

Konflikte in der zentralafrikanischen Republik, in Süd-Sudan, in der Ukraine, in Syrien - zum Jahresende 2014 sind die Einwohner zahlreicher Länder von Gewalt und Krankheit betroffen. Für sie ist der Zugang zu medizinischer Versorgung alles andere denn selbstverständlich und stellt somit eine der Prioritäten von MSF dar, wie Paul Delaunois betont. Der ungleiche Zugang zu medizinischer Versorgung stellte für die Bevölkerungen in Krisengebieten das tägliche Brot dar.

Eine „Kluft zwischen hier und da“

„40 Millionen Entbindungen finden in den Entwicklungsländern ohne adäquate medizinische Betreuung statt. 1,5 Millionen Kinder unter fünf Jahren sterben jedes Jahr an Krankheiten, die durch eine simple Impfung vermieden werden könnten“, wusste Delaunois zu berichten. Die Realität, mit der die Mitarbeiter von MSF tagtäglich vor Ort in den Krisengebieten konfrontiert werden, ist allerdings für die meisten Leute in unseren Gegenden unvorstellbar. Deshalb soll mit der diesjährigen Kampagne, wie der Generaldirektor von MSF Luxemburg weiter mitteilte, „die Kluft, die zwischen hier und da klafft“ klar und deutlich gezeigt werden, um für den ungleichen Zugang zu medizinischer Versorgung zu sensibilisieren und nach diesbezüglichen Lösungen zu suchen.

Die bis zum 21. Dezember andauernde Kampagne von MSF Luxemburg hat nach Paul Delaunois‘ Worten einen doppelten Effekt: Den Blick der Öffentlichkeit auf eine „vernachlässigte Realität“ ziehen und gleichzeitig die Ursachen dieser Ungleichheit erklären.

Drei klare Botschaften

Drei Botschaften „à double lecture“, „Sans rendez-vous chez votre médecin l’attente est longue quand on souffre“, „Sans télévision dans les chambres des hôpitaux on meurt d’ennui“ und „Sans stock de médicaments à la pharmacie, on est condamné à patienter un peu“, erlauben es, einen direkten Vergleich zwischen dem Zugang zu medizinischer Versorgung in Luxemburg und in den Krisengebieten zu ziehen.

„Bei uns in Luxemburg macht das Warten ungeduldig und die Langeweile macht sich schnell bemerkbar, auch wenn der Zugang zu medizinischer Versorgung gewährleistet ist, während es andererorts weder Ärzte, noch Krankenhäuser, noch Arzneien gibt“, meinte Paul Delaunois. Mehr Verständnis für den ungleichen Zugang zu medizinischer Versorgung in aller Welt soll die Internet-Seite www.avccesauxsoins.msf.lu vermitteln.