LUXEMBURG
LJ

Heftige Kritik an geplanter Schließung der Bahnschalter

Nachdem Anfang der Woche bekannt wurde, dass bis spätestens im März 2020 landesweit ein Großteil der CFL-Fahrkartenschalter verschwinden soll (Bettemburg, Petingen, Rodange, Mersch, Ettelbrück, Clerf, Ulflingen und Wasserbillig), reagierten gestern die beiden Eisenbahnergewerkschaften FNCTTFEL und Syprolux.

Die Schließung noch einmal überdenken

So heißt es, dass der Syprolux den Widerstand der betroffenen Gemeindeväter nur unterstützen kann, indessen der Landesverband von einem falschen Schritt in die Zukunft spricht. Der Kunde wünsche sich mehr denn je eine personelle Betreuung mit fachkundigen Ansprechpartnern in den Bahnhöfen. Gefordert wird unter anderem, dass an den Grenzbahnhöfen die Möglichkeit bestehen bleiben soll, dass der Kunde einen internationalen Fahrschein lösen könne, da dem Bahnkunden mit den Fahrscheinautomaten nur ein eingeschränktes Angebot zur Verfügung stehe.

Das Empfangspersonal sollte dem Kunden in diesem Fall zur Seite stehen. Außerdem ist es für den Landesverband unverständlich, dass der Grenzbahnhof Ulflingen nur während der Bauarbeiten am Schienennetz besetzt werden soll. Massive Neueinstellungen würden dieses Problem lösen, um den Ansprüchen der Kunden gerecht zu werden und um in Zukunft eine qualitativ hochwertige Kundenbetreuung zu garantieren.

Eine Reaktion kam gestern auch von den Piraten, die sich für eine Beibehaltung der bestehenden CFL-Bahnschalter aussprachen, derweil die CSV Mersch den Transportminister sowie die CFL-Verantwortlichen dazu auffordert, die angekündigte Schließung der Schalter in Mersch und Ettelbrück noch einmal zu überdenken. Kritik hatte es zuvor schon von „déi Lénk“ und dem Ettelbrücker Schöffenrat gegeben.

Kritik kommt auch von der „Aktioun Öffentlechen Transport“ (A.Ö.T.), die nun hofft, dass wenigstens an den Grenzbahnhöfen weiterhin die Möglichkeit bestehen bleibt, einen internationalen Fahrschein zu kaufen. Der kostenlose öffentliche Transport, der prinzipiell begrüßt wird, dürfe nicht dazu führen, dass der Dienst am Kunden vernachlässigt werde. Die A.Ö.T. äußert dann auch Verständnis für die Bedenken der Eisenbahnergewerkschaften an der Einführung des kostenlosen öffentlichen Transports.

Positiv bewertet wird indes die Tram, deren Linienführung derweil noch ausgeweitet werden müsse, wie der Präsident der „Aktioun Öffentlechen Transport“, der frühere LSAP-Abgeordnete und Schifflinger Bürgermeister, Roland Schreiner, auf einer gestrigen Pressekonferenz unterstrich. Dass es jetzt zu Unannehmlichkeiten während der Arbeiten in der Oberstadt und im Bahnhofsviertel komme, sei zu bedauern, aber wo gehobelt werde, da würden nun einmal Späne fallen. Allerdings löse die Tram nicht alle Probleme. Kritisiert wurden die Arbeitsbedingungen der Luxtram-Beschäftigten, vor denen der Staat, der zwei Drittel des Kapitals von Luxtram, und die Stadt Luxemburg, die ein Drittel besitze, jedoch die Augen verschließen würden. Von der „Aktioun Öffentlechen Transport“ gefordert wird angesichts der demografischen Entwicklung ein weiterer Ausbau des öffentlichen Transports, bestehe hier doch ein enormer Nachholbedarf. Gebraucht werde ein zusätzlicher Qualitätssprung...