LUXEMBURG
LJ

„Noutstand Wunnengsbau!“-Debatte des OAI in der „Coque“

Es stehe außer Frage, dass es einen Notstand im „Logement“ gebe - die wichtige Frage sei, wie diesem Notstand begegnet werde. Die entsprechenden Fragen standen bei der „Noutstand Wunnengsbau!“-Debatte des „Ordre des Architectes et des Ingenieurs-Conseils“ (OAI) am Montagabend in dem Auditorium der „Coque“ im Mittelpunkt. Zur Diskussionsrunde erschienen Wohnungsbauminister Marc Hansen, Innenminister Dan Kersch sowie die Abgeordneten Henri Kox und Marc Lies. Es moderierten die Architekten Diane Heirend und Florian Hertweck, der zudem Direktor des Masterstudiengangs für Architektur an der Universität Luxemburg ist.

Wo es hapert

„Es ist grundsätzlich nicht nur ein Problem der fehlenden Wohnungen, sondern eher ein Problem der fehlenden Bauflächen“, fasste Wohnungsbauminister Hansen die seiner Meinung nach wichtigste Grundproblematik passend zusammen. Realiter gebe es deshalb beispielsweise genügend verfügbare Wohnungen des „Fonds de Logement“ in Lamadelaine, aber umgekehrt kaum etwas auf Kirchberg.

Um gegen die hohen Preise anzukämpfen, biete sich deshalb auch eine Reform der Grundsteuer an. „Wir wollen eine solche Reform, aber das wird wohl noch dauern“, meinte er. „Selbst mit einer verfünffachter Grundsteuer wird sich allein nichts tun, sie ist nur ein Puzzlestück.“ Deshalb brauche es auch neue Wohnmodelle wie etwa „Wunnen mat der Woltz“. Ähnlich sah es Innenminister Kersch, der in der Spekulation die größte Herausforderung ausmachte. „Die Grundstückspreise explodieren nicht plötzlich um fast 3.000 Prozent“, meinte er. „Wenn wir darauf keine Antwort finden können, gibt es keinen grünen Zweig.“ Eine mögliche Lösung sei daher neben dem massiven Aufkaufen von Bauflächen durch den Staat auch in dem Schließen von Baulücken zu suchen - wenn nötig, auch durch Expropriation samt entsprechender Entschädigung. Ein von den Abgeordneten Lies und Kox zudem ins Gespräch gebrachter stärkerer Bau an Sozialwohnungen unterstützten beide Minister hingegen prinzipiell. „Es muss aber eine zeitlich begrenzte Lösung bleiben“, betonte Kersch.