Die offizielle Eröffnung des Europäischen Jahres für Entwicklung fand zwar schon Ende der vergangenen Woche im lettischen Riga statt - Lettland hat im ersten Halbjahr den EU-Vorsitz inne - , doch in Luxemburg, das im zweiten Semester den EU-Präsidentenstab übernimmt, erfolgt der offizielle Startschuss zu diesem Jahr noch einmal extra, und zwar am morgigen Mittwoch um 14.00 im hauptstädtischen Athenäum.
Globale Verantwortung
Vorgestellt wurde das luxemburgische Programm aber bereits gestern durch Kooperationsminister Romain Schneider (LSAP), der noch einmal daran erinnerte, dass Entwicklungshilfe kein Selbstzweck und kein Luxus sei und gerade jetzt, in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten, nicht an der Entwicklungshilfe gespart werden dürfe. Die Entwicklungszusammenarbeit bezeichnete der Minister als Teil unserer globalen Verantwortung; es sei unsere moralische Pflicht, den Ärmsten dieser Welt unter die Arme zu greifen.
Mit 1,06 Prozent seines Bruttonationaleinkommens - das sind momentan 323 Millionen Euro - gibt Luxemburg pro Jahr europaweit am meisten und weltweit an zweitmeisten für die Entwicklungshilfe aus. Für das Jahr selbst, das heißt die verschiedenen Veranstaltungen und Aktionen, sind im Budget des Kooperationsministeriums 265.000 Euro vorgesehen, wozu sich noch einmal 80.000 Euro von der EU-Kommission hinzugesellen.
Zum (unbezahlten) Sonderbotschafter Luxemburgs für das Europäische Jahr für Entwicklung ernannt wurde indes der langjährige LSAP-Abgeordnete und außenpolitische Spezialist Ben Fayot, für den 2015 ein Schlüsseljahr für die Entwicklungshilfe darstellt, läuft in diesem Jahr doch die Frist für die Verwirklichung der Millenniums-Entwicklungsziele aus und soll außerdem ein neues internationales Klimaübereinkommen beschlossen werden. Man werde sich in diesem Jahr aber nicht selbst auf die Schulter klopfen, wie Fayot anführte, sondern die Entwicklungshilfe auch kritisch beleuchten, so zum Beispiel im Rahmen von Konferenzen und Rundtischgesprächen. Es handelt sich übrigens um das erste Europäische Jahr überhaupt, das den Außenbeziehungen gewidmet ist.


