LUXEMBURG
LJ

Anästhesiologie ist die am zweithäufigsten gewählte medizinische Spezialisierung

Im Krankenhaus in Eich soll eine Operation nicht durchgeführt worden sein, weil kein Anästhesist verfügbar war, das obwohl die Klinik zum Krankenhauskomplex „Centre Hospitalier“ (CHL) gehört. Daher richtete sich der CSV-Abgeordnete Léon Gloden mit einer parlamentarischen Frage an den Gesundheitsminister Etienne Schneider. Er wolle erfahren, ob tatsächlich ein Mangel an Anästhesisten in luxemburgischen Krankenhäusern bestehe und wie es möglich sei, dass trotz Kollaboration zwischen den drei verschiedenen CHL-Krankenhäusern, keiner der Fachkräfte einer anderen Klinik hätte einspringen können. Ein Mangel an Fachkräften gebe es allerdings nicht, informiert der Gesundheitsminister. Im Jahr 2019 waren insgesamt 107 Spezialisten der Anästhesiologie im Register des Gesundheitsministeriums eingetragen. Im selben Jahr wurden ganze 14.823 Operationen im CHL unter Vollnarkose durchgeführt. Mit einem Altersdurchschnitt von 50 Jahren sollen Ärzte dieser Fachrichtung den niedrigsten Altersdurchschnitt aller medizinischen Spezialisierungen haben. Nach der Allgemeinmedizin gilt die Anästhesiologie sogar als die am zweithäufigsten gewählte Fachspezialisierung unter Medizin-Absolventen.

Strikte Planung ist notwendig

Bei der Frage, die die Zusammenarbeit der einzelnen Spitäler in Zweifel zieht, verweist Minister Etienne Schneider auf den Artikel 9, Absatz 7 des Gesetzes vom 8. März 2018 über die Krankenhauseinrichtung und -planung, das eine Organisation vorsieht, die die Qualität, die Sicherheit und die Kontinuität der Patientenversorgung gewährleisten soll. Hier ginge hervor, dass zusammenarbeitende Spitäler in engem funktionellen Kontakt stehen und über dasselbe Team von Fachärzten verfügen, um eben diese Kontinuität der Versorgung und dasselbe Pflegeverfahren im gesamten Komplex zu ermöglichen. Es liege in der Verantwortung der Krankenhauseinrichtungen, dies gekonnt umzusetzen.

Damit ein Patient mit der bestmöglichen Behandlung versorgt werden kann, könne es bei medizinisch nicht dringenden Eingriffen auch schon mal vorkommen, dass ein Eingriff verschoben wird, erklärt der Gesundheitsminister weiter. Das Wohlbefinden des Patienten stehe hier immer im Vordergrund. Das CHL verfüge aber auf jeden Fall über die notwendige Anzahl von Anästhesisten, die an allen drei Standorten des CHL praktizieren. Dies nicht nur, um die Anästhesie im Operationssaal zu gewährleisten, sondern auch, um bei nicht-chirurgischen Verfahren, die eine Narkose erfordern, anwesend zu sein. Ein Beispiel hierfür sind medizinische Untersuchungen, die unter Narkose durchgeführt werden müssen. Operationstermine werden in der Regel im gegenseitigen Einvernehmen zwischen Patient und Chirurg festgelegt.

Da die Fachkräfte an den drei Standorten praktizieren, muss ihre Tätigkeit genauestens geplant werden. Jede Woche werde schon freitags streng geplant, das ohne die wöchentlichen Notfalldienste zu vernachlässigen, erläutert Minister Schneider.