LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

Luxemburgs Vielfalt kennenlernen auf dem 37. Migrationsfestival

Zum 37. Mal findet am 28. und 29. Februar und 1. März das „Festival des migrations, des cultures et de la citoyenneté“ in den Hallen der Luxexpo The Box statt. Wie jedes Jahr erwarten den Besucher mehr als 400 Stände von Vereinen, politische Debatten oder auch Treffen mit Autoren oder Künstlern auf dem gleichzeitig stattfindenden 20. Salon des Buches und der Kulturen sowie dem 8. Treffen der zeitgenössischen Kulturen und Künste unter dem Titel „ArtsManif“.

Jean Philippe Ruiz, Koordinationsbeauftragter des Festivals, betonte, dass es sich beim Migrationsfestival nicht um ein „multikulturelles, sondern ein interkulturelles Festival“ handele. Multikulturalität sei etwas Evidentes. Doch nicht die Anzahl der Nationalitäten sei entscheidend, sondern, dass sich ihre Wege kreuzen. Ein entscheidender und manchmal im Ausland vernachlässigter, in Luxemburg aber starker Faktor sei dabei das Vereinswesen. Man müsse das Vereinswesen unterstützen, so Ruiz.

Richtung 40.000 Besucher?

Der Präsident des „Comité de Liaison des Associations d’Etrangers“ (CLAE), Sosthène Lembella, hofft derweil, in diesem Jahr die Besuchermarke von 40.000 knacken zu können, auch wenn die Organisation des Festivals, die von einer vergleichsweisen kleinen Mannschaft und etlichen Freiwilligen gestemmt wird, eine immer größere Herausforderung wird. „Wir wissen nicht, ob wir in einigen Jahren noch Platz haben, um so viele Leute aufzunehmen“, so Lembella, für den das Festival „ein Ort ist, wo wir die ganze Luxemburger Gesellschaft willkommen heißen“.

Damit das Festival zu einem Ort der Begegnung und des Austausches werden kann, sind über das Wochenende verschiedene Formate zu Themen wie moderne Sklaverei, die Infragestellung des Kapitalismus angesichts von Sozial-, Klima-, und Demokratiekrise, verschiedene Begräbniskulturen oder auch der Dokumentarfilm „Lost and found“ geplant, der die Geschichte von Kamal Hussein erzählt, einem Rohingya-Flüchtling, der sein Leben der Aufgabe widmet, von ihrer Familie getrennte Kinder wieder zu vereinen. Die Debatte über moderne Formen der Sklaverei dürfte sich als interessant erweisen, da neben Journalisten auch Arbeits- und Beschäftigungsminister Dan Kersch (LSAP) sowie Vertreter von Gewerkschaften und Patronat erwartet werden.

Auf dem „Salon du livre“ sind Treffen mit 35 Autoren, Dichtern, Essayisten und Journalisten aus Peru, Portugal, Cabo Verde, Griechenland, Bulgarien, Marokko, Spanien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Italien oder auch Polen geplant. Die ARTSManif empfängt derweil fast 70 Künstler. Diese Zahl steige kontinuierlich, so das Komitee.


Das vollständige Programm unter clae.lu