CLAUDE KARGER

Der Luxemburg-Experte im „Trierischen Volksfreund“ ist geschockt darüber, dass der Papst der Vatikanbank angeblich aus ethischen Bedenken untersagt hat, einen Fonds in Luxemburg aufzulegen.„Lieber Papst: Luxemburg ist kein Sündenpfuhl - jedenfalls nicht per se“, bricht der „Moien“-Autor eine Lanze fürs Nachbarland und schlägt vor: „Der Vatikan könnte mit gutem Beispiel vorangehen und einen schönen katholischen Fonds in Luxemburg auflegen“. Wäre doch auch toll fürs „Nation branding“, nicht wahr? Das ist dem Leitartikler des „Wort“ zufolge übrigens eine heikle Übung. Das Bild des Großherzogtums schäle sich auch so raus: „L‘image de l‘harmonie et de la complétude, née de l‘action conjunguée de deux hommes, Jean-Claude Juncker et Xavier Bettel“. Ersterer, der bei EU-Gipfeln allerlei Schabernack treiben darf, habe die „tradition un peu nunuche du représentant luxembourgeois au front bas, humble et soumis“ gebrochen. Letzterer indes habe das „Panache“ eines „Premier jeune, moderne et ouvert, capable de briser nos inhibitions et d‘accomplir quelques transgressions“. Beide Politiker würden sich ergänzen, um das Land zu „branden“: „Nous sommes, ailleurs et à nos propres yeux, ce pays d‘harmonie où l‘on peut d‘un pied gay aller en cathédrale“. Das scheint mittlerweile nur noch den Vatikan zu stören...