DÜDELINGEN
SIMONE MOLITOR

Danielle Igniti zu ihrem letzten Jahr als Leiterin des Kulturzentrums „opderschmelz“

Sie sei nicht die Mutter des Kulturzentrums „opderschmelz“, sondern die Queen, sagte der Düdelinger Kulturschöffe Loris Spina bei der Programmvorstellung, die zugleich die letzte der Leiterin Danielle Igniti war. Nach dieser Saison verabschiedet sie sich in die wohlverdiente Rente. Wir haben die Gelegenheit am Dienstag genutzt, um ihr drei Fragen zu stellen.

Wie fühlt es sich an, das letzte Jahr als Leiterin dieses Kulturzentrums in Angriff zu nehmen?

Danielle Igniti Eigentlich hatte ich noch gar keine Zeit, richtig darüber nachzudenken. Momentan kommt viel zusammen, noch dazu weil ich nach einem längeren Urlaub erst am 15. Januar wieder angefangen habe, auch um mal zu testen, wie das denn so ist. Ich bin etwas hin- und hergerissen. Einerseits freue ich mich darauf, jetzt das zu machen, worauf ich Lust habe, demnach keine Verpflichtungen mehr zu haben und mir auch mal die Sachen anderer Leute anschauen zu können. Als Leiterin eines Kulturhauses ist man diesbezüglich doch recht eingeschränkt, ich bin ja immer hier. Andererseits kommen jetzt auch schon Anfragen oder Projektideen für 2019, die ich weitergeben muss, was mir dann doch etwas schwerfällt, aber nun gut… Man muss auch loslassen können. Das habe ich bereits im „Planning Familial“ getan, nicht ohne mir damals die Frage zu stellen, ob ich einfach so Schluss machen könnte, und ich konnte. Dennoch, die Arbeit hier macht doch 75 Prozent meines Lebens aus.

Hat sich Ihr anstehender Abschied denn auf irgendeine Weise auf das Programm dieser Saison ausgewirkt?

Igniti Nein, eigentlich nicht. Mein letztes Jahr in den lokalen Kunstgalerien vielleicht eher. Da habe ich etwas mehr versucht, Künstler erneut für Ausstellungen zu gewinnen, die schon einmal hier ausgestellt haben, mich aber nun auch nicht ausschließlich darauf fokussiert. An sich würde ich nicht sagen, dass dieses Jahr nun im Zeichen meiner eigenen Abschiedstournee steht. Kontinuität war immer ein wichtiger Punkt. Manche Künstler sind nicht zum ersten Mal zu Gast. Dies verdeutlicht nicht zuletzt, dass wir ein Haus sind, wo die Loyalität und die Weiterverfolgung von Künstlern eine wichtige Rolle spielt. Ich sehe das Ganze, wie gesagt, definitiv nicht als Abschiedstournee, während der ich mich feiern lassen will. Natürlich bin ich dankbar, wenn jemand nette Dinge über mich sagt, ein Muss ist es aber nicht. Ich bin mir durchaus bewusst, dass ich auch Sachen gemacht habe, die nicht so gut waren, die nicht ankamen oder wo es Zeit ist, umzudenken. Wenn nun jemand anderes kommt, bringt dieser jemand zwangsläufig auch eine neue Energie rein, neue Ideen und trifft damit womöglich andere Geschmäcker. Und das ist auch gut so.

Also gibt es nichts, was Sie noch hätten machen wollen?

Igniti Nun ja, eigentlich ist man nie fertig und es gibt im Nachhinein immer solche Sachen. Gerne hätte ich zehn Auflagen von „Like A Jazz Machine“ gemacht, bislang sind es aber nur sieben, damit hätten wir früher anfangen müssen. Wenn ich zurückblicke, freue ich mich über alles, was wir zustande gebracht haben und was hier in Düdelingen in Sachen Kultur passiert ist. Das ist uns gemeinsam als starkes Team gelungen. Wenn jemand aus einer solchen Mannschaft weggeht, hinterlässt er immer eine Lücke. Dann muss umgedacht werden, und dann läuft es wieder.