LUXEMBURG
P. WELTER, FREIER JOURNALIST

Züchter in Gerichtsprozess zu einer Geldstrafe von 4.000 Euro verurteilt

Das Bezirksgericht Luxemburg hat am Donnerstag einen 35-Jährigen zu einer Geldstrafe von 4.000 Euro verurteilt. In dem Prozess ging es unter anderem auch um Tierquälerei und Geldwäsche. Dafür erhielt der Beschuldigte einen Freispruch.

Das Gericht hat allerdings eine Verbotsverfügung gegen den Mann erlassen und ihm ein Tierhaltungsverbot von drei Jahren auferlegt. Der Beschuldigte muss außerdem eine ministerielle Genehmigung für die Haltung und Verkauf exotischer Tiere vorzeigen. Solange bleibt das Tiergeschäft geschlossen.

Mambas, Vipern und Kobras

Laut Anklage soll der Mann zwischen 2016 bis Sommer 2018 im großen Stil in Esch/Alzette exotische Tiere gezüchtet und verkauft haben. In seinem Haus sollen 252 Reptilien gelebt haben, darunter 123 giftige Schlangen wie Mambas, Vipern und Kobras. In seiner Wohnung waren unter anderen Schlangen und Skorpione gefunden worden.

Er soll die Tiere in engen, viel zu kleinen und nicht artgerechten Terrarien gehalten haben. Zudem seien die Räume komplett abgedunkelt gewesen und die Reptilien hätten kaum Wasser bekommen. Einige Schlangen hatten eine Hautkrankheit entwickelt, die nicht behandelt wurde. Tote Tiere lagen im Kühlschrank.

Am 27. September 2018 beschlagnahmten Zollbeamte im Beisein eines Substituts die Tiere. Einige Tiere wurden in eine spezialisierte Auffangstation in München gebracht, andere nach Düdelingen in die Pflegestation.

Anwalt sprach von „Hexenjagd“

Me Jean-Jacques Schonckert hatte der Staatsanwaltschaft Übereifer vorgeworfen und sprach von einer „Hexenjagd“. Der Anwalt hatte gefordert, seinen Mandanten von dem Vorwurf Tierquälerei und Geldwäsche freizusprechen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Verurteilte hat 40 Tage Zeit in Berufung zu gehen.