LUXEMBURG
JEFF KARIER

Ein Interview mit der Teilzeitbarbarin Kelly Klapp

Ob nun Serien, Filme, Romane, Comics oder Videospiele - popkulturelle Themen sind allgegenwärtig. Somit ist in den letzten Jahren auch die Zahl derer gestiegen, die sich mit diesen Themen auseinander setzten und das in den unterschiedlichsten Formen. Die 22-jährige Kelly Klapp hat eine ganz besondere Form zu einem ihrer Hobbys gemacht - Cosplay. Was es damit auf sich hat und wie sie dazu gekommen ist, verrät Klapp im Interview.

Frau Klapp, wie kamen Sie zum Cosplay?

Kelly Klapp Ich mochte eigentlich schon immer Kostüme und da ich auch ein Fan von Videospielen, Mangas und Animes bin, hatten ich und ein paar Freunde vor einigen Jahren uns dazu entschlossen für eine Halloweenparty gemeinsam zu cosplayen. Seither hat sich das für mich zu einem etwas ernsthafteren Hobby entwickelt.

Wie viele Cosplays haben Sie schon angefertigt?

Klapp Da ich erst seit einigen Jahren cosplaye und das Herstellen oft mehrere Monate in Anspruch nimmt, habe ich bisher erst drei Cosplays gemacht. Angefangen habe ich mit einem japanischen Fuchsdämon-Cosplay. Durch dieses bin ich auch an meinen Spitzname, beziehungsweise Künstlernamen Oni gekommen, da Oni japanisch für Dämon ist. Danach kam ein Hannya-Cosplay, ebenfalls ein japanischer Dämon . Das vergangene Jahr über, habe ich an meinem Barbarinnen-Cosplay gearbeitet, das auf einem Charakter aus dem Computerspiel „Diablo 3“ von Blizzard basiert und auf das ich sehr stolz bin.

Ist es für Sie beleidigend wenn jemand Cosplays als Verkleidungen bezeichnet?

Klapp Was viele nicht wissen, ist, dass zum Cosplay mehr gehört als nur das Aussehen. Man muss sich in den Charakter hineinversetzten und zu diesem Charakter werden. Wenn ich also als Barbarin unterwegs bin, sehe ich nicht nur so aus, ich versuch auch mein Benehmen, meine Bewegungen und meine Mimik anzupassen. Cosplay ist also mehr als eine bloße Verkleidung.

Mit Ihrem Barbarinnen-Cosplay haben Sie an einem Wettbewerb auf der diesjährigen Gamescom in Köln teilgenommen. Wie war das für Sie?

Klapp Es war schon seit langer Zeit ein Wunsch von mir, beim Cosplay-Wettbewerb von Blizzard auf der Gamescom mitzumachen. Als ich dann auf die Idee für das Barbarinnen-Cosplay kam, habe ich mich dazu entschieden mein Glück zu versuchen und mich via E-Mail für den Wettbewerb beworben. Ich bin dann tatsächlich ausgewählt worden und stand dieses Jahr mit 39 anderen Cosplayern auf der Bühne, wo wir uns einer Jury aus Blizzard-Mitarbeitern präsentierten. Aus den 40 wurden dann 10 ausgewählt, zu denen ich auch zählte. Wir präsentierten uns ein zweites Mal der Jury und wurden auch jeweils interviewt. Als bei der Vergabe des ersten Platzes mein Name über die Lautsprecher ertönte, war ich im ersten Moment baff, habe mich dann aber auch sehr gefreut. Es war einfach eine tolle Erfahrung und dass ich nun als Gewinnerin des Wettbewerbs im November nach Anaheim fliegen werde, wo die hauseigene Messe von Blizzard, Blizzcon stattfinden wird, ist einfach super.