LUXEMBURG
JEAN-PAUL LICKES

In den letzten Jahren ist der Grundwasserstand immer weiter gesunken. Grund hierfür war unter anderem, dass die Wintermonate, in denen sich die Reserven auffüllen, zu trocken waren. Diese Entwicklung ist eine reale Bedrohung für Mensch und Umwelt. Daher ist unter anderem das Wasserwirtschaftsamt bemüht die Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren und arbeitet mit verschiedenen Partner daran, dass sich das Grundwasser wieder erholt. Hierzu Jean-Paul Lickes, Direktor des Wasserwirtschaftsamtes.

„In den vergangen Wintermonaten hat es recht viel geregnet. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Defizit der letzten Jahre damit wettgemacht wurde. Eher konnte sich der Grundwasserstand stabilisieren. Das ist zwar eine gute Nachricht, der Stand ist jedoch recht niedrig. Das Problem besteht also weiterhin.

Die Situation ist auch auf den Einfluss des Klimawandels zurückzuführen. Denn der Winter war wie auch in den Jahren zuvor recht milde und somit begann die Vegetationsperiode auch früher. Um das zu merken, muss man nur nach Draußen schauen. Dass man etwa zum ersten Mai einen so grünen Wald wie dieses Jahr vorfindet, war früher die Ausnahme. Mittlerweile ist es fast schon die Regel. Hinzu komm, dass es auch bis in den November hinein grün bleibt. Das sind Anzeichen dafür, dass sich die Klimaveränderungen auf den Vegetationszyklus ausgewirkt haben.

Das ist deswegen relevant, weil sich die Grundwasserreserven nur in der Periode auffüllt, in der die Vegetation ruht. Sobald diese wieder aktiv wird, ist das vorbei. Auch wenn es dann viel regnet, nehmen sich die Pflanzen das Wasser und es gelangt nicht mehr in die Tiefe. Die Zeit, in der sich unsere Reserven erholen können, verkürzt sich somit und wenn die Wintermonate darüber hinaus auch eher trocken sind, wird der Grundwasserstand wieder sinken. Ein sparsamer Umgang mit dem Wasser ist daher sehr wichtig. Wir werden deshalb in einigen Wochen über verschiedene Kanäle die Bürger sensibilisieren. Denn unser Trinkwasser ist ein kostbares Gut, mit dem man nicht verschwenderisch umgehen darf.

Wichtig ist aber nicht nur der Stand des Grundwassers, sondern auch dessen Qualität. Zwar gibt es in manchen Regionen des Landes eine gute Zusammenarbeit zwischen den Landwirten und den Wasserversorgern, so dass hier Konzentrationen an Pestiziden, Herbiziden und anderen Chemikalien in den letzten Jahren abgenommen haben. Das sind aber sehr lokale Tendenzen. Landesweit wird dieser Trend nicht bestätigt, denn in einigen Gegenden zeigt die Tendenz sogar nach oben. Deshalb ist es wichtig, dass wir die Zahl der Quellenschutzgebiete erhöhen. Diese Schutzgebiete sind mit Maßnahmenprogrammen verbunden, durch die etwa Landwirte für ihre Umstellung und damit verbundene Ausfälle entschädigt werden. Denn diese reduzieren oder verzichten auf Dünung und Pestizide. Auch wenn unter der aktuellen Regierung in diesem Bereich bereits viel geschehen ist, müssen hier weitere Anstrengungen folgen, um die Qualität des Grundwassers zu verbessern. Wir sind aber zuversichtlich, dass in den kommenden Monaten einiges passieren wird, etwa dass die Erneuerung der größten Wasserschutzzone, die um den Stausee, auf den Instanzenweg geht.“