LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Bei Vogelgrippebefall werden auch die Geflügelbestände von privaten Haltern getötet

Im benachbarten Rheinland-Pfalz wurden in diesen Tagen die ersten toten Wildvögel entdeckt, die ein Opfer der durch den Virus H5N8 verursachten aktuellen Vogelgrippe Welle wurden.

Da die Ausbreitung aus Richtung des Baltikums schon länger beobachtet wird, hat das Landwirtschaftsministerium, im Rahmen europaweiter Schutzmaßnahmen, für die Tierbestände landwirtschaftlicher Geflügelhalter eine allgemeine Stallpflicht angeordnet. Für private Geflügelzüchter oder -halter wurde eine Stallpflicht lediglich empfohlen. Dieser vermeintliche Widerspruch hat nun den CSV-Abgeordneten Aly Kaes aus dem Nordbezirk auf den Plan gerufen und ihn zu einer parlamentarischen Anfrage an Landwirtschafts- und Weinbauminister Fernand Etgen (DP) veranlasst.

Fragen über Fragen zur Stallpflicht und Entschädigungen

Zunächst wollte Kaes wissen, ob überhaupt schon ein Fall von Vogelgrippe in Luxemburg aufgetreten ist. Die nächste Frage drehte sich dann um den Grund für die bloße Empfehlung zur Stallhaltung an die privaten Halter. Was geschieht im Falle einer Infektion mit den privaten Tieren? Professionelle Geflügelhalter standen dann im Fokus der weiteren Fragen: Wie ist ein Gewerbebetrieb betroffen, wenn in seiner Nachbarschaft in einer privaten Voliere oder unter den privat gehaltenen Hühnern die Vogelgrippe ausbricht?

Wie werden Landwirte entschädigt, wenn ihr gesamter Geflügelbestand wegen eines Vogelgrippebefalls gekeult, also vernichtet wird? Wird der Wert der Tiere oder ein Verdienstausfall ersetzt?

Im schlechtesten Fall: Tödliche Nachbarn

Auch ein privater Geflügelbestand, in dem die Vogelgrippe ausgebrochen ist, muss vernichtet werden, so die eindeutige Antwort des Ministers. Außerdem werde die gesetzliche vorgeschriebene Schutzzone eingerichtet. Was gleich die nächste Frage von Aly Kaes mit beantwortet: Sollte ein Geflügelbauer seine Tiere in weniger als einem Kilometer Abstand zu dem befallenen Privatbestand halten, fallen auch seine Vögel unter das Tötungsgebot…

Teilweiser Ersatz durch den Staat

Im Falle der Vernichtung eines Tierbestands, der aus seuchenrechtlichen Gründen zwingend vorgeschrieben sei, so der Minister, sieht das Gesetz eine Entschädigung für die Tiere und landwirtschaftliche Produkte vor. Das Gesetz sieht keine Entschädigungen für einen durch den Verlust der Tiere bedingten Verdienstausfall vor. Solche Schäden könnten durch eine private Versicherung gedeckt werden, deren Prämien zum Teil vom Staat übernommen würden.