LUXEMBURG
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Empfindliche Strafen bei Geschwindigkeitsübertretungen

Laut der luxemburgischen „Sécurité Routière“ ist die zu hohe Geschwindigkeit an einem Verkehrsunfall von fünf schuld. Geschwindigkeit allein ist schon ein Risikofaktor, weil sie unser Sichtfeld einschränkt. So haben wir bei 40 km/h ein Sichtfeld von 100 Grad, bei 100 km/h beträgt es nur 45 Grad. Merke: Bei letzterer Geschwindigkeit beträgt der durchschnittliche Bremsweg um die 90 Meter, wenn man sofort reagiert, das heißt innerhalb einer Sekunde. Bei 130 km/h beträgt er schon fast 124 Meter. Eine Riesendistanz, während der man kaum was tun kann, um einem Hindernis oder einem Menschen auszuweichen. Das Bewusstsein über die Geschwindigkeit, die wir in unseren modernen Autos oft gar nicht so wahrnehmen, kann also Leben retten.

Umso empfindlicher sind die Strafen für Geschwindigkeitsüberschreitungen. In Schweden fällt eine Geldbuße von mindestens 270 Euro an, wenn man 20 km/h zu schnell ist, in Norwegen sind es sogar 420 Euro. Ist das Auto mehr als 50km/h zu schnell, riskiert der Fahrer in Großbritannien bis zu 3.500 Euro Geldbuße. In Österreich sind es maximal 2.180 Euro, in der Schweiz gar 60 Tagessätze, berechnet auf den Monatsverdienst.

Es droht der Führerscheinentzug

Hinzu kommen andere Maßnahmen wie Punkteverluste auf dem Führerschein, der Entzug des Führerscheins oder gar die Beschlagnahme des Fahrzeugs. In Luxemburg wurden die Strafen für zu schnelles Fahren zum 1. Juni 2015 verschärft. Bei einer Geschwindigkeit von mehr als 50 Prozent des erlaubten Maximums oder 40km/h zu schnell (wenn man innerhalb eines Wohnorts 90 km/h fährt, zum Beispiel), droht nicht nur der Entzug des Führerscheins und eine Geldbuße von mindestens 145 Euro, es werden auch vier statt wie bislang zwei Punkt vom Punkteführerschein abgezogen. Wer danach in einem Zeitraum von drei Jahren noch einmal bei einem „délit de grande vitesse“ (mehr als 20 Prozent oder 20 km/h über der Maximalgeschwindigkeit) ertappt wird, riskiert den Verlust von sechs Führerscheinpunkten. Merke: Wer in der Situation ist, dem bleiben dann nur noch zwei Punkte auf dem Konto. Es gibt also eine Menge guter Argumente, um den Fuß vom Gas zu heben. Eins davon ist übrigens auch, dass man Treibstoff spart. Laut „Sécurité Routière“ können auf einer Strecke von 500 Kilometern drei bis fünf Liter gespart werden, wenn man 10 km/h langsamer fährt.


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