LUXEMBURG
KIM GREIS

„Yo-kai Watch 2: Kräftige Seelen/Knochige Gespenster“ bleibt der Linie treu

Etwa ein Jahr nach dem europäischen Release des ersten Teils erscheint nun auch der zweite Teil von „Yo-kai Watch“ hierzulande. Das Spiel, das bereits 2014 in Japan erschienen ist, kommt dieses Mal gleich in zwei verschiedenen Versionen raus, nämlich „Kräftige Seelen“ und „Knochige Gespenster“. Die beiden Versionen unterscheiden sich nur in Details, so gibt es zum Beispiel verschiedene „Yo-kai“, mit denen man sich anfreunden kann.

Die Handlung hat sich kaum verändert im Vergleich zum ersten Teil der Reihe. Der Protagonist hat seine Erinnerungen an „Yo-kai“ und die Geschehnisse des ersten Teils verloren, nachdem er von mysteriösen „Yo-kai“ in der Nacht ausgeraubt wurde. Schnell erhält er jedoch wieder eine „Yo-kai Watch“ und begegnet auf die gleiche Art und Weise wie im ersten Teil die „Yo-kai“ Whisper und Jibanyan. Nach vielen Déjà-vus erhält er seine Erinnerungen zurück. Nun gilt es den Übeltäter zu stellen und nebenbei „Yo-kais“ davon abzubringen, den Menschen das Leben schwer zu machen.

Möglichst realitätsnah

Vom Spielprinzip gleicht das Spiel dem Vorgänger. Die befreundeten „Yo-kai“ kämpfen selbstständig, selbst kann man lediglich Gegenstände einsetzen und Spezialangriffe ausüben. Um einen „Yo-kai“ zu überzeugen, sich mit dem Spieler anzufreunden, kann man ihn im Kampf mit Essen ködern, aber selbst dann kann es sein, dass sich der „Yo-kai“ einem nicht gleich anschließen will. Das Rollenspiel spielt in einer offenen Welt, und zwar die aus dem Vorgänger bekannte Stadt. Zwar ist die Stadt nicht so detailliert wie im ersten Teil, jedoch gibt es deswegen mehr Gebiete, die man erkunden kann.

Neu ist die Bahn, die als Fortbewegungsmittel benutzt werden kann. Wer aber glaubt, damit ruckzuck ans Ziel zu kommen, liegt falsch. Wie im richtigen Leben muss man sich Gedanken machen, welche Bahn man nimmt, auf sie warten und legt auf allen Zwischenstationen einen Halt ein. Auch beim Überqueren einer Straße muss man erst warten, bis die Ampel grün ist, da man ansonsten von einem „Yo-kai“ angegriffen wird, der einem erklärt, wie wichtig es ist, nicht bei Rot die Straßenseite zu wechseln.

Interessante Ansätze

Einige Fehler, die beim ersten Teil gemacht wurden, wurden nun behoben. So wird dem Spieler bei Nebenquests sein Ziel auf der Karte auch angezeigt, sodass man nicht unendlich lange umherwandern muss. Zudem gibt es neue „Yo-kai“, die zum Großteil sehr süß sind, andere jedoch sind merkwürdig.

Man merkt sehr schnell, dass sich „Yo-kai Watch“ hauptsächlich an ein jüngeres Publikum richtet. Die oben beschriebenen Spielmechanismen sind zwar didaktisch sehr wertvoll, sie können aber auch den Spielspaß beeinträchtigen. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Nähe zum ersten Teil, die man als Fan der Reihe jedoch sicherlich verkraften kann. Interessierte können sich „Yo-kai Watch 2“ für etwa 40Euro im Fachhandel für Nintendo 3DS besorgen.