LUXEMBURG
JEFF KARIER

„Commissariat du gouvernement à la qualité, à la fraude et à la sécurité alimentaire“ soll unter anderem für eine Harmonisierung der vorhandenen Aktuere sorgen

Von der Generalversammlung der Vereinten Nationen ausgerufen, fand am Freitag zum ersten Mal der „World Food Safety Day“ statt. Ziel ist es, stärker dafür zu sensibilisieren, welche Bedeutung der Lebensmittelsicherheit beim Schutz der Gesundheit der Konsumenten zukommt.

„Dass wir essen können im vollen Vertrauen, dass wir nicht davon krank werden, das wird selbstverständlich klingen, ist es jedoch nicht“, erklärt Paulette Lenert, Ministerin für Verbraucherschutz sowie Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Angelegenheiten.

Zusammenarbeit und Harmonisierung

Damit die Lebensmittel, die im Großherzogtum angebaut, hergestellt, importiert, gekauft und konsumiert werden auch den Vorgaben für Lebensmittelsicherheit entsprechen, sind eine ganze Reihe an Akteuren aktiv. Aktuell existieren laut der Ministerin 21 Kontrollsysteme.

Deren bessere Zusammenarbeit und Harmonisierung ist dann auch eines der Hauptziele des neu geschaffenen „Commissariat du gouvernement à la qualité, à la fraude et à la sécurité alimentaire“.

Wie Patrick Hau, der als Regierungskommissar das neue Kommissariat leitet, erklärt, sei dies angesichts eines internationalen Handels, bei dem die Lebensmittel aus der ganzen Welt kommen, sehr wichtig, aber auch eine Herausforderung.

„Wir müssen dafür sorgen, dass wir keinen toten Winkel haben“, betont Lenert. Allerdings müsse man zugleich auf Effizienz achten, dass also keine Ressourcen unnötig eingesetzt und somit verschwendet werden. Zu den Missionen des Kommissariats, die im Rahmen des „World Food Safety Day“ vorgestellt wurden, zählt auch die Bekämpfung des Lebensmittelbetrugs. „Der Lebensmittelmarkt in ein sehr lukrativer. Und wo viel Geld zu machen ist, ist Betrug nicht weit“, meint die Ministerin. Hier wolle man zum einen noch stärker auf Prävention setzen aber auch die Bestrafung für Lebensmittelbetrug konsequenter geahndet werden.

Das Kommissariat ist auch für die Entwicklung und Verwaltung des integrierten mehrjährigen Kontrollplans verantwortlich, der einen umfassenden Überblick über die Einzelheiten der Organisation und Verwaltung der Lebensmittelkettenkontrolle auf nationaler Ebene bietet.

Im Fall von Lebensmittelkrisen

Als Mitglied des europäischen Netzwerks von Krisenkoordinatoren verwaltet das Kommissariat auch den Krisenplan für wichtige Lebensmittelvorfälle, eine grundlegende Richtliniensammlung, um während einer Lebensmittelkrise schnell, effektiv und konzertiert zu reagieren.

Beispiele sind etwa die BSE-Krise, sowie die mit Dioxin belasteten Eier. Die schnelle und klare Kommunikation mit den Konsumenten aber auch Betrieben ist entsprechend von großer Bedeutung und wird in den kommenden Jahren ausgebaut und intensiviert.

Allgemein sei die Kommunikation mit den Konsumenten zum Thema Lebensmittelsicherheit wichtig.

„Mit 60 Prozent der Befragten ist Lebensmittelsicherheit den Luxemburgern wichtiger als im EU-Durchschnitt“, erklärt Hau, der ehemals Leiter der Abteilung für Ernährungssicherheit der Gesundheitsdirektion war und am 1. März 2019 sein neues Amt antrat.

Dieser Prozentsatz zeige zwar, dass die luxemburgische Bevölkerung bereits stark für das Thema sensibilisiert ist. Man müsse in diesem Bereich trotzdem weitere Anstrengungen machen.

Weitere Informationen zur Lebensmittelsicherheit und dem neuen Kommissariat unter www.securite-alimentaire.public.lu