LUXEMBURG
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Gesundheitsministerin bezieht Stellung zur Petition 789

Derzeit ist es nicht vorgesehen, neue Strukturen nach dem Modell der „Kannerklinik“ zu schaffen“, reagiert Gesundheitsministerin Lydia Mutsch auf die Forderungen der Petition 789. Initiatior Andrea Spigarelli fordert darin die Errichtung auch im Süden und im Norden des Landes von pediatrischen Spezialdiensten, um die Anfahrts- und Wartezeiten zu verkürzen.

Ein „Service national de pédiatrie“

Auslöser der Petition war der Tod des kleinen Enzo, der im vergangenen Februar in der „Kannerklinik“ an einer akuten Magen-Darm-Entzündung verstorben war.

Bevor er in die Notaufnahme der „Kannerklinik“ in der Hauptstadt kam, war in einer Klinik im Süden des Landes zweimal eine normale Gastroenteritis bei ihm diagnostiziert worden, Medikamente worden verschrieben und er wurde wieder nach Hause geschickt.

Zwar sind also keine zusätzlichen „Kannerkliniken“ in Planung, aber im Rahmen der Reform des Spitalplans ist die Zusammenlegung der chirurgischen Pädiatrie, der intensiven Neonatologie, der spezialisierten Pädiatrie sowie des pädiatrischen Notdiensts in einer Struktur vorgesehen, die demnach über alle Mittel für die akuten Fälle verfügen soll. Aus dem pädiatrischen Dienst im „Centre Hospitalier de Luxembourg“ soll demnach ein „Service national de pédiatrie“ werden.

Pädiatrische Abteilungen für die stationäre Behandlung

Doch soll auch jedes Klinikum eine pädiatrische Abteilung für die stationäre Behandlung von Kindern für eine
maximale Dauer von 72 Stunden bekommen. Laut Gesundheitsministerium sei diese Dauer aber noch nicht definitiv festgelegt.

Die kontinuierliche Gewährleistung der pädiatrischen Fürsorge sei ein Dauerthema, schreibt das Gesundheitsministerium ferner und berichtet von Unterredungen Ende 2015 mit der „Société luxembourgeoise de pédiatrie“, der Ärztevereinigung, den Spitaldirektionen und der Gesundheitskasse. Übrigens praktizieren derzeit 95 Kinderärzte in Luxemburg.