LUXEMBURG
RAYMOND AENDEKERK

Am 26. Dezember letzten Jahres gab die japanische Regierung bekannt, dass sie die Internationale Walkommission (IWC) verlassen will, um die kommerzielle Jagd auf Wale in ihren eigenen Hoheitsgewässern ab kommenden Juli wieder aufzunehmen. Ein inakzeptable und leider nicht überraschende Entscheidung, wie Raymond Aendekerk, Direktor von Greenpeace Luxemburg, betont:

„Nachdem der industrielle Walfang des 20. Jahrhunderts den Walbestand extrem reduziert hat und einige Arten kurz vor dem Aussterben standen, wurde die IWC 1946 gegründet. Dennoch hat es weitere 20 Jahre gedauert, bis etwa die Jagd nach Blauwalen gestoppt wurde. 1982 kam es dann zu einem Moratorium des kommerziellen Walfangs: ein großer internationaler, wegweisender Erfolg für den globalen Natur- und Umweltschutz. Aber die Walfangnationen Japan, Norwegen und Island stellten die Jagd nach Wale nie vollständig ein, unterwanderten das Abkommen und fanden juristische Schlupflöcher. Sie erfanden die ‚wissenschaftlich begründete Waljagd‘ und töteten weiter kleinere Wale, die nicht eindeutig über das IWC-Abkommen geschützt waren. Laut australischen Angaben haben allein japanische Walfänger seit 1988 über 10.000 Meeressäuger getötet. Das Fleisch landete in Restaurants und Supermärkten - darauf basierende, wissenschaftliche Erkenntnisse sind kaum vorhanden.

Greenpeace engagierte sich in den 1970er Jahren mit spektakulären Aktionen auf hoher See für die weitere Verschärfung zum Schutz der Wale. In den letzten 30 Jahren kamen neue Gefahren, die die Existenz dieser großen Meeressäuger bedrohen, hinzu: der Klimawandel, der den Walen Lebensraum und Nahrung raubt; die Verschmutzung der Ozeane, die sie vergiftet oder ihren Magen mit Müll erstickt; und Industrien, die Lärmbelästigung, Kollisionen mit Schiffen und vieles mehr verursachen. Deswegen ist es sehr frustrierend, sich erneut verstärkt gegen eine Neuauflage des kommerziellen Walfangs Japans stellen zu müssen. Greenpeace und viele andere Organisationen werden weiter dafür kämpfen, den Politikern weltweit zu verdeutlichen, dass lebende Wale für uns Menschen einen weitaus höheren Nutzen haben als tote. Der kommerzielle Walfang gehört der Vergangenheit an und es gibt in der modernen Welt einfach keine Notwendigkeit dafür. Wale leisten einen wichtigen, vitalen Beitrag zum Erhalt gesunder Ozeane und dem Ökosystem Meer, in dem sie den Kohlenstoffhaushalt mitregulieren, Nährstoffe verlagern und Wasserschichten vermischen. Wir wünschen uns daher eine starke, entschiedene Europäische Union, die sich gegen die Ankündigung der japanischen Regierung stellt und entsprechend eingreift.“