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Mehr als nur Steine und Edelweiß: Tierische Urlaubserlebnisse in der Tuxer Alpenwelt

Nun, im Normalfall verbringe ich meinen Sommerurlaub gerne erholsam - etwas Sonne darf es durchaus sein, zumal wenn man sie in unseren Gefilden bisher kaum oder nur wenig gesehen hat. Doch in diesem Jahr folgte ich ausnahmsweise mal dem Ruf der Berge, dem ich zwar anfänglich nicht ganz erlag, der mich aber ins Zillertal nach Österreich lockte... womit ein doch interessanter „Urlaub als angehende Bergziege“ anstand.

Das freundliche „Grüezi“ und das „Du“

Kurz zum Reiseziel: Das Zillertal ist vielerorts als „das aktivste Tal der Welt“ bekannt, vor allem im Winter. Mit einer Gesamtlänge von 32 Kilometern erstreckt es sich quasi als Sackgasse in Richtung Süden von Strass im Zillertal bis nach Mayrhofen. Von dort aus teilt sich das Tal in seine vier Gründe: Zillergrund, Stilluptal, Zemmgrund und das Tuxertal. Auf einer Höhe von 500 Meter bis 3.509 Meter leben beinahe 34.000 Personen, die sich, neben den Wandersleuten und vielleicht Leidensgenossen, als sehr freundlich und gesprächig herausgestellten. Das freundliche „Grüezi“ und „Servus“ ist neben dem einfachen „Du“ geradezu allgegenwärtig. Vielleicht ist dies mit ein Grund, warum touristisch gesehen das Zillertal eines der bekanntesten und beliebtesten Täler ist. Hier nächtigen jährlich rund 6,5 Millionen Gäste aus der ganzen Welt. Ohne Zweifel recht attraktiv im Winter, trumpft die „Ski- & Gletscherwelt Zillertal 3000“ mit 245 pulvrigen Pistenkilometern und über 800 Hektar Pistenfläche auf. Doch schon im Sommer bietet die Region aber auch im Sommer sehr viele Möglichkeiten für die unterschiedlichsten Aktivitäten. So ist es im Tuxertal durchaus möglich, im Sommer Ski zu laufen und im Winter zu wandern. Das gibt es eben nur hier. Langeweile kommt da nicht auf, wovon ich mich im Schweiße meines Angesichts überzeugen konnten.

Kekse werden gerne genommen

Sommer-Outdoor-Aktivitäten wie Klettern im Hinteren Zillertal, das anschließende Relaxen in den Freibädern nach einer ausgiebigen Mountainbike-Tour oder auch Paragleiten bieten eine interessante Urlaubsabwechslung. Bei uns waren es eher die Bergbahntouren mit anschließenden den passenden Wanderungen zwischen Bergziegen und Kühen.

Wir sind da bei unseren Urlaubsbeschäftigungsmaßnahmen - besagten Wandertouren - zwischen Edelweiß und Bergbachplätschern auf einige teils recht zutrauliche Bergbewohner gestoßen.

Doch ab und an hieß es einfach nur: Er oder ich! Da hat sich ein beachtlicher Bock mit wachsamem Auge auf seine Ziegenschar recht breit-hörnerisch - für mich eher bedrohlich - im schmalen Fußbergweg positioniert. Zu diesem Zeitpunkt wären mir die angekündigten Murmeltiere, die wir leider nur pfeifend und artig ausgestopft vorfanden, wesentlich lieber gewesen. Aber bekanntlich kann man nicht alles haben. Ein persönlicher Tipp: Gerne stellen sich manch tierische Bergbewohner für ein Foto in Pose, wie man unschwer erkennen kann. Wer aber daran denkt, diese mit einem Keks für das gelungene Fotoshooting zu entlohnen, kann sich für die nächste Zeit einer treuen Begleitung sicher sein - samt gehörntem Bock. Übrigens: Seit einigen Jahren gibt es in Österreich auch wieder eine kleine Bärenpopulation, die sich in hauptsächlich in den waldreichen südlichen und zentralen Bergregionen aufhält. Doch Meister Petz entzog sich auch unserer Kamera, was vielleicht auch gut so war.

Nicht zuletzt um solch einen Einblick in die Flora und Fauna der Alpenwelt zu erhalten, ist das absolute Touristen-Must-Have zwischen Mai und Oktober die Zillertal Activcard, der ideale Begleiter für alle, die das gesamte Tal erkunden möchten. Und für die, die nach dem Aufstieg zu bequem sind, die Strecke erneut zu Fuß zu bewältigen, sondern mit der Seilbahn zurück ins Tal gondeln wollen - Bahn und Bus sowie Eintrittskarte und Ermäßigung inklusive. Sie rechnet sich bereits ab einem Aufenthalt von einer Woche und hat den Test vor Ort absolut bestanden.

Wer nicht in einer der unzähligen Privatpensionen unterkommen möchte, der findet sicherlich in den vielen Top-Hotels im Tal wie dem Alpin Spa Tuxerhof ein Plätzchen, wo er sich nach einer anstrengenden Bergtour samt tierischen Erlebnissen wieder erholen und sein müdes Haupt betten kann.

www.tux.at