PASCAL STEINWACHS

Nachdem die Bezirkskongresse der CSV nun alle abgehakt sind, zeichnete die befreundete Erzbistumszeitung gestern ein Stimmungsbild, indem sie direkt im ersten Satz sagt, was Sache ist, nämlich dass Opposition „Scheiße ist“, wie der CSV-Ostabgeordnete Gloden auf dem Kongress seines Bezirks kundtat. Ganz begeistert ist das Blatt indes vom CSV-Spitzenkandidaten Wiseler, der sich die Freiheit nehme, „einfach mal nichts zu sagen“, womit er natürlich auch nichts falsch machen kann. Ganz im Gegenteil zu seinem Präsidenten, der „eher wie ein Haudegen“ daherkomme: „Feinfühligkeit ist nicht so sein Ding“.

„Kopfzerbrechen“ bereite der Partei aber „die Causa Viviane Reding“, sei doch immer noch unklar, ob diese („ech ka vill a stellen dat menger Partei zur Verfügung“) denn nun im Zentrum oder im Süden kandidiere, so dass sie sich dann auch, „um wilde Spekulationen zu vermeiden“, vorsichtshalber auf beiden Bezirkskongressen blicken gelassen habe. Jedenfalls wisse Reding, die „Zugpferd und Gefahr zugleich“ sei, „wie man Ellbogen ausfährt“, und die Parteispitze sei sich bewusst, „dass man sie nicht aufhalten kann“. Selbst Juncker habe um ihren „Killerinstinkt“ gewusst, und „höllischen Respekt vor ihrer scharfen Zunge“ gehabt...