LUXEMBURG
ANNETTE WELSCH

Luxemburger spendeten 2016 3,3 Millionen Euro für UNICEF-Luxemburg

Es ist das 70. Jahr seit seiner Gründung am 11. Dezember 1946, um Kindern in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg mit Essen und medizinischer Hilfe zu unterstützen. Heute hat die Arbeit des UN-Kinderhilfswerks UNICEF nichts an Wichtigkeit verloren - im Gegenteil: 2016 war es mit einem Ausmaß an humanitären und Gewalt gegen Kinder konfrontiert, das es so seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr gegeben hat. Der Strom an Flüchtlingen aus Ländern wie Syrien, Irak und Afghanistan erreichte einen neuen Rekord und 60 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht- die Hälfte von ihnen sind Kinder. Insgesamt leben heute 230 Millionen Kinder in Ländern, in denen Konflikte und Krieg auf der Tagesordnung stehen. Über drei Millionen Euro konnte der 1979 gegründete Ableger UNICEF-Luxemburg im vergangenen Jahr sammeln und damit beitragen, das Leiden von Kindern zu mildern und ihre Grundrechte zu verteidigen - gestern wurde ihr Jahresbericht 2016 veröffentlicht. „Die Erfahrungen, die die Kinder in Krisenregionen machen, beeinflussen ihre Persönlichkeit ein Leben lang und prägen die Zukunft ihrer Gesellschaften. Unsere Mission ist deswegen heute noch genauso wichtig wie bei unserer Gründung 1946“, heißt es dort von Maryse Arendt, Präsidentin von UNICEF-Luxemburg, darin.

Rund 2,5 Millionen Euro wurden verteilt

Zieht man von den 3,34 Millionen Euro an Einnahmen die Mittel in Höhe von 718.500 Euro, die für das Spendensammeln und den Verkauf der UNICEF-Karten aufgewendet wurden sowie die 231.500 Euro für die Verwaltung ab, blieben rund 2,5 Millionen Euro, die verteilt werden konnten. 5,26 Millionen waren es noch 2015, als 150.000 Euro mehr an Erbschaften, knapp 300.000 Euro mehr private Spenden und vor allem 1,6 Millionen Euro mehr von Stiftungen eingenommen werden konnten. Der Syrien-Krieg sowie die schlimmste Trockenheit seit 50 Jahren in Äthiopien aufgrund des Wetterphänomens „El Niño“ markierten das vergangene Jahr besonders und schlugen sich im Betrag für die Nothilfe von UNICEF-Luxemburg nieder: 141.000 Euro gingen nach Syrien und 106.000 Euro an das südliche Afrika. In die internationalen Hilfsprogramme von UNICEF in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung, Hygiene, Ernährung sowie Bildung flossen im letzten Jahr 766.581 Euro - 1,54 Millionen waren es noch 2015. Für spezifische UNICEF-Projekte wurden 2016 dann insgesamt 1,3 Millionen Euro ausgegeben: Der Bärenanteil ging dabei mit 895.000 Euro an das Programm zur Prävention von Genitalbeschneidungen in Äthiopien. Insgesamt gut 200.000 Euro kamen syrischen Kindern zugute im Rahmen von Impfprogrammen in Syrien und von Bildungsprogrammen für Flüchtlingskinder in Jordanien, denn 2016 waren mehr als 60.000 von ihnen nicht eingeschult. Weitere 75.500 Euro flossen in die globale UNICEF-Kampagne, die sich in zwölf Ländern für die Abschaffung von Kinderehen einsetzt: 15 Millionen Mädchen werden jedes Jahr vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet, sie verlassen fast immer die Schule und sind häufiger Opfer von häuslicher Gewalt. In Luxemburg engagierte sich die Organisation mit 185.476 Euro, die für Sensibilisierungs- und Bildungsprogramme zugunsten von Kinderrechten ausgegeben wurden.


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