Die belgische Kinepolis-Gruppe ist an der Utopia-Gruppe interessiert.
Wie Utopia gestern mitteilte, haben sich die Aktionäre der Utopia-Gruppe - das sind die Utopia Management SA sowie das belgische Logistikunternehmen CLdN Cobelfret, die jeweils etwa die Hälfte der Gesellschaft halten - über die Übertragung aller Aktien an Kinepolis grundsätzlich bereit erklärt. Ob und wann Kinepolis übernehmen wird, hängt aber noch von der Entscheidung der Kinepolis-Gruppe ab. Wie Utopia-Geschäftsführer Nico Simon betont, sind alle Einzelheiten einer etwaigen Übernahme noch zu klären, denn die abgegebene Übernahmeerklärung sei bislang nur eine Absicht, die Kinopolis aus börsenrechtlichen Gründen schon in diesem frühen Anfangsstadium habe anzeigen müssen.
Übernahme würde Lücke schließen
Im vergangenen Jahr machten die Kinos von Utopia mit rund 3,4 Millionen Besuchern einen Umsatz von 41 Millionen Euro. Betroffen wären davon die insgesamt 13 Kinos in Luxemburg, den Niederlanden, Frankreich und Belgien. Kinepolis betreibt derzeit 35 Kinos in Belgien, Frankreich, den Niederlanden, Spanien, in der Schweiz und in Polen, die im Jahr rund 21 Millionen Besucher zählen. Mit einer Übernahme würde die Kinepolis-Kinokette in den luxemburgischen Markt eintreten und eine Lücke auf ihrer Kino-Landkarte schließen. „Luxemburg ist ein sehr attraktiver Kinomarkt. Da sind wir natürlich für Kinopolis ein interessantes Ziel“, sagt Simon. Neben dem Betrieb von Kinotheatern ist das börsennotierte Unternehmen Kinepolis auch im Filmvertrieb, der Ausrichtung von Veranstaltungen, in der Fernsehwerbung und als Immobilienverwalter aktiv. Das Unternehmen beschäftigt etwa 2.100 Mitarbeiter und machte letztes Jahr einen Nettogewinn von 35,2 Millionen Euro.
Die endgültige Transaktion könne stattfinden, nachdem sich alle Beteiligten über alle Konditionen geeinigt hätten; für Belgien bedarf es zudem noch einer Zustimmung der dortigen Kartellbehörden. Bis dahin wird das Tagesgeschäft der Utopia-Gruppe aber unverändert und uneingeschränkt weiterlaufen, betonte das Unternehmen. Die Gruppe betreibt drei Kinos in Luxemburg, davon zwei in der Hauptstadt und eines in Esch/Alzette.


