LUXEMBURG
CLAUDE KARGER

Philharmonie: Festival „rainy days“ ging mit einem entdeckungsreichen Sonntag zu Ende

Wer sich in verschiedenen Klangwelten bewegen wollte und mal in innovative Konzepte zeitgenössischer Musik reinschnuppern wollte, war gestern in der Philharmonie reichlich bedient. Am Abschlusstag des Festivals „rainy days“ hatten die Organisatoren das Konzerthaus nämlich in eine „Wunderkammer“ verwandelt. Im 30-Minuten-Takt wurden hier Stücke serviert, die sicherlich den Blick des einen oder anderen Zuhörers auf die Musik veränderten. Wir hatten im „Espace Découverte“ Platz genommen, wo eine interaktive Komposition der Chinesin Huihui Cheng dargeboten wurde. Gleich am Eingang wurden den Besuchern die Zugangsdaten für ein Wifi-Netzwerk ausgehändigt mit dem Hinweis, das Smartphone auf volle Lautstärke zu stellen.

Interaktiv

Großes Staunen. Sollte ein Handy in einem Konzert nicht lieber ausgeschaltet sein, oder zumindest auf Lautlos stehen? Dann großes „Swipen“, um das Netzwerk auch ja richtig einzustellen. Spannung, was denn da auf einen zukommen sollte und wie man als Zuhörer mit eingebunden wird. Und was sollten die Luftballons an den Notenständern in diesem dunklen Raum? Das Geheimnis war bald gelüftet: mit den Musikern legten nämlich auch die Zuschauer mit dem Musizieren los. Jeder Pixel-Ballon, der auf dem Smartphone zerplatzte, erzeugte einen Ton. Mal mussten die blauen, dann wieder die pinken Ballons auf dem Display gejagt werden, was denn auch viele Zuhörer emsig taten. Eine außergewöhnliche Art und Weise, Musik zu entdecken, von der das Publikum wohl noch lange erzählen wird. Mehr solcher spezieller Schmankerl hab es in der Philharmonie am Sonntag ab 11.00 viereinhalb Stunden lang. Auch ein Kompositionsworkshop war vorgesehen.

Um 17.00 dann startete „rainy days“ ins grosse Finale. Und zwar mit dem Musik- und Tanzspektakel „Third Space“ vom Klangforum Wien unter der Leitung von Bas Wiegers und der Tanzkompanie Hiatus von Linehan. Seinen Ausklang dann fand die diesjährige Ausgabe des Festivals mit dem „Bal contemporain“ mit „United Instruments of Lucilin“ und Sascha Ley. Und natürlich einer Menge gastronomischer Köstlichkeiten.