LUXEMBURG
LIZ MIKOS

Das Filmkonzert „Curieuse Nature“ in den Rotondes lädt zum Mitklatschen ein

Gestern fand die 45-minütige Veranstaltung, die im Rahmen des Luxembourg City Film Festival aufgeführt wird, noch für eine geschlossene Gesellschaft statt, heute gibt es dann die große Premiere des Filmkonzerts „Curieuse Nature“, das man sich ab dem Alter von 7 Jahren anschauen kann. Schulklassen fanden sich am Freitagmorgen in den Rotondes zusammen, um auf eine klangvolle Reise durch drei unterschiedliche Kurzfilme entführt zu werden. Die Augen schwanken zwischen der Leinwand und den Musikern Florence Kraus und Grégoire Terrier hin und her, weil einfach beides sowohl mit der Sicht als auch mit dem Gehör genossen werden muss. Während die drei Animationsfilme durch ihre verschiedenen Figuren und Stile den Blick der Besucher einfangen, schielt man dennoch immer wieder kurz nach rechts, um den Tisch voller ungewöhnlicher, zum Teil aus alltäglichen oder recycelten Materialien hergestellten Instrumente zu betrachten. Aus einem gewöhnlichen Luftballon, einer Dose oder Schraubenziehern entsteht auf einmal die perfekte Melodie, die das Bild vor dem Gast erst richtig stimmig macht.

Mittendrin statt nur dabei

Die Idee, ein Filmkonzert zu veranstalten stammt ursprünglich von den Organisatoren der Rotondes, die kurz darauf schon mit Florence Kraus in Kontakt traten, die ohne zu zögern zugesagt hat. Ideen sammelten sie und Grégoire Terrier schon seit Januar, das Zusammenführen dieser Bausteine dauerte dann rund drei Wochen, verraten sie den Kindern bei der anschließenden Fragerunde, die es bei jeder Veranstaltung geben wird. „Ich finde es schön, wenn Besucher miteinbezogen werden. Dann erfahren wir auch, wie sie das Konzert empfunden haben und was für Fragen während einer solchen Performance aufkommen. Vor allem ist es aber toll für uns als Künstler, dem Publikum näher zu sein. Auf großen Bühnen macht es immer den Anschein, als wären Musiker weit entfernt, fast schon unnahbar, obwohl wir dem Publikum eigentlich immer nahe sind. Durch die Fragerunde wird der Austausch einfach natürlicher und die Leute sehen, dass wir ganz normale Menschen sind, die ihrer Arbeit nachgehen“, erklärt Florence Kraus. Tatsächlich kam es im Anschluss der Show zu einer richtigen Diskussionsrunde, da die Kinder keine Scheu zeigten, alle möglichen Fragen zu stellen.

Extravagante Instrumente

Die drei Kurzfilme könnten von den Illustrationen und der Stimmung her wohl kaum unterschiedlicher sein, dennoch haben sie etwas gemeinsam: sie vermitteln dem Publikum voller Leichtigkeit klare Botschaften. Besonders der erste Film ist nicht nur wegen der süßen Affen, sondern auch durch die spielerische Andeutung an das Umweltbewusstsein hängengeblieben. Wenn eine Maschine auf einer Mülldeponie auf einmal aus Schrott blühende Bäume herstellt, muss man wohl nicht mehr viel über die Message nachdenken. Die musikalische Begleitung bei allen drei Screenings ist aber erst das Tüpfelchen auf dem „i“. Metallische Klänge, eingängige Melodien, die zum Mitwippen und -klatschen animieren und die Begeisterung der beiden Künstler geben einem das Gefühl, Teil des Geschehens zu sein. Denn alle Sounds stammen aus den Köpfen und der Feder beider Künstler, selbst ein Großteil der Instrumente wurde extra für dieses Event angefertigt.

Instrumente selber herzustellen war für Florence Kraus allerdings keine Neuheit, sie widmet sich dieser Tätigkeit seit rund acht Jahren. Es ist der Spaß am Kreieren und am Musizieren, der die Künstlerin immer wieder inspiriert. Die Eigenkreationen spielt sie dann, wie auch bei „Curieuse Nature“, selbst auf der Bühne. Eine Zeit lang hat sie sogar regelmäßig Workshops angeboten, bei denen sie Menschen allen Alters vorführte, wie man aus Alltagsgegenständen Instrumente basteln und den Gegenständen einen neuen Sinn geben kann. Eine Aufgabe, die ihr sehr ans Herz gewachsen ist, der sie allerdings mittlerweile aus Zeitgründen etwas weniger nachgeht.

Was die Filmauswahl angeht, haben die Mitarbeiter der Rotondes eine Vorauswahl getroffen, die die Musiker gezeigt bekommen haben. „Die drei Filme sind in ihrer Realisation vollkommen unterschiedlich, was uns jede Menge Ideen und Inspiration für die unterschiedlichsten Klänge und Melodien gibt“, freut sich Kraus über die Filmauswahl. Dem eigentlichen Sound der Filme wurde bei der Überarbeitung kaum Beachtung geschenkt, da beide Künstler möglichst unvoreingenommen an diese Herausforderungen herangehen wollten. Da es zu zweit aber unmöglich ist, wirklich alles live zu spielen, wurde auch schon ein Teil der Geräuschkulisse im Vorfeld aufgenommen und in die Filme integriert. Für Zuschauer bedeutet das: Selbst Geräusche, Klänge und Melodien, die nicht aus der Live-Performance entstehen, wurden sorgfältig von den Künstlern durchdacht und vorbereitet, sodass sie sich bei ihrer Eigenkreation selbst begleiten.

„Curieuse Nature“ findet heute um 15.00 und 17.00 statt, am 8. März um 11.00 und 15.00 sowie am 10. März um 15.00, Eintritt kostet für Besucher bis 26 Jahre 6 Euro, ab 27 Jahre 12 Euro, Tickets unter www.rotondes.lu oder per Telefon 26 62 20 30