LUXEMBURG
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Ostern im Großherzogtum: Traditionelles Emmaus-Fest in Luxemburg und Nospelt

Osterzeit ist „Emaischen-Zeit“: Das Osterwochenende stand wieder ganz im Zeichen der „Péckvillercher“. Das zeigte sich wieder bei dem österlichen Treiben auf dem Fischmarkt in Luxemburg-Stadt und natürlich in Nospelt. Die Besuchern wurden zudem mit Tanzeinlagen unterhalten. Verpassen darf man es somit eigentlich nicht: Das Volksfest am Ostermontag „Emaischen“, das an das Ostertreffen der Emmaus-Jünger abgelehnt ist.

Aus Gips und Glas

In der zum Unesco-Welterbe zählenden Altstadt zwitschert es dann immer sehr fröhlich, wenn die „Péckvillercher“, also die Vogelpfeifen aus Keramik, an den Ständen zum Verkauf angeboten werden, denn natürlich will jeder die schönsten Exemplare der Péckvillercher ergattern. Die „Péckvillercher“ sind ohne Zweifel die Stars auf der alljährlich stattfindenden Emaischen.

In den letzten Jahren tauchten auch immer öfters Vogelpfeifen aus anderen Materialien wie Porzellan, Gips oder Glas auf. Und auch das Aussehen hat sich gewandelt, stehen doch mittlerweile auch andere Tiere Modell für die Pfeifen. Denn viele Luxemburger und auch immer mehr ausländische Künstler machen sich eine Ehre daraus, jedes Jahr neue und interessantere „Péckvillercher“ zu entwerfen. So sind die speziellen Tonvögel mittlerweile zu gesuchten Sammlerobjekten geworden.

In Nospelt hat der Peckvillchen-Interessierte auch die seltene Möglichkeit, dem Töpfer bei der Arbeit über die Schulter zu schauen. Bei anfangs kühlen Temperaturen wurde auch Wahlkampf gemacht, dem sich einige Abgeordnete wie Marc Spautz (CSV), Claude Lamberty (DP) oder auch Gast Gibéryen und Fernand Kartheiser (adr) verpflichtet fühlten.

Seit 1957 auch in Nospelt

Anlässlich der Emaischen wurde auch das „Ausgriewermusee“ für Besucher geöffnet. Auf Einladung der „D’Georges Kayser Altertumsfuerscher“ hatten Handwerker und Krieger der Hochwaldkelten ein kleines Handwerkerdorf errichten, wo sie den Besuchern das Leben der Kelten vor mehr als 2.000 Jahren vorführten. In einem Atelier versuchten erfahrene keltische Töpfer, Kindern die Töpferkunst beizubringen und in dem von Vereinsmitgliedern der „D’Georges Kayser Altertumsfuerscher“ nachgebauten gallischen Töpferofen zu brennen.

Die Emaischen-Tradition wurde lange Jahre nur im Zentrum der Hauptstadt gefeiert. Seit 1957 wird die Oster-Tradition aber auch in Nospelt begangen.