LUXEMBURG
SVEN WOHL

Wie Eier im Sinne der Konsumenten kontrolliert und gekennzeichnet werden

Jeder weiß, dass man beim Eierkauf die Augen offen halten sollte. Dabei geht es nicht nur darum, beim Einkauf zu prüfen, ob die Schale der Eier noch unangetastet ist, sondern als Konsument sorgt man sich auch um die Qualität und Herkunft der Eier. Wie Eier kontrolliert und ausgewiesen werden, erklärte uns Dr. Isabelle Paulus von der „Administration des Services Vétérinaires“.

Bei dieser Veterinärverwaltung spricht man zunächst von einem „Los“ Eier. Damit werden all jene Eier, die vom gleichen Herstellungsort oder vom gleichen „Site d’Emballage“, von denen es sechs im Land gibt, stammen, gekennzeichnet. Auch der Zeitpunkt der Legung und der Verpackung sind hier immer gleich, genau so wie das Mindesthaltbarkeitsdatum. Im „Site d’Emballage“ werden die Eier nach ihrer Qualität klassiert. Unterschiedliche Merkmale spielen hier eine Rolle: Das Gewicht, die Qualität von Eiweiß und Eigelb. Es wird ebenfalls untersucht, ob keine Fremdkörper oder Substanzen im Ei sind oder diese sogar auffällig riechen. „Wenn dies der Fall ist, werden die Eier deklassiert”, erklärt Dr. Isabelle Paulus. Ebenfalls überprüft wird die Luftkammer im Ei. Diese darf maximal sechs Millimeter groß sein. Wenn ein Hersteller das Prädikat „extra“ oder „extra frisch“ erhalten möchte, darf sie allerdings nur auf vier Millimeter kommen und die Eier müssen innerhalb von vier Tagen nach dem Legen in der Verpackung sein. Bei den „normalen“ Eier sind es maximal zehn Tage.

„Wenn sie alle Voraussetzungen erfüllen, werden sie in der Kategorie A klassiert”, bestätigt Dr. Isabelle Paulus. Diese Eier sind dann auch später im Verkauf zu finden. Klassiert werden sie hier für die Kunden nach Gewicht, ganz ähnlich wie bei den Kleidern: XL, L, M und S. Wenn die Eier in unterschiedlichen Größen im Karton vorzufinden sind, so wird dies mit „Oeufs de calibres différents” auf dem Karton angegeben.

Herkunft und Art der Haltung markiert

Wer sein Ei in der Küche genauer ansieht, bemerkt den bekannten Code. Dieser verrät zum einen über die Europäische Länderabkürzung die Herkunft – LU steht hier für Luxemburg – zum anderen auch die Art der Haltung. Die Null steht für Bio, die Eins für Freilufthaltung, die Zwei für Landhaltung ohne Freigang und die Drei für Käfighaltung. Letzteres ist jedoch bei aus Luxemburg stammenden Eiern nicht anzutreffen, versichert Dr. Isabelle Paulus. Die Erläuterung des Codes ist auch in der Verpackung zu finden. Was die Ernährungsart der Hühner angeht, darf diese auf der Packung stehen, so lange gewisse Minima erfüllt sind. Wenn auf der Packung steht, das Huhn sei mit Getreide ernährt worden, muss diese Nahrung mindestens 60 Prozent des Futtergewichts darstellen. Gewaschen werden die Eier indes nicht, denn: „Ein gewaschenes Ei macht es den Bakterien und Mikroorganismen leichter, ins Ei zu gelangen.“

Die Lebensmittelsicherheit spielt bei den Eiern eine große Rolle. Im vergangenen Jahr wurden seitens der Veterinärverwaltung 115 Proben für insgesamt 217 Analysen gesammelt. Dabei wird nach unterschiedlichen Substanzen gesucht, darunter Schwermetalle, antibakterielle Substanzen und Kortikosteroiden.

Mehr zu Eiern

Was muss auf die Verpackung?

Auf einer Eierpackung müssen laut Landwirtschaftsministerium zu finden sein: Der Code der Packstelle, die Güteklasse und die Angabe „frisch“, falls zutreffend, die Gewichtsklasse, das Mindesthaltbarkeitsdatum, eine Empfehlung, die Eier nach dem Kauf gekühlt zu lagern, die Haltungsform sowie eine Erläuterung der Bedeutung des Erzeugercodes.